Sonntag, 5. Juni 2011

Erdnussernten und Kühe markieren:)



















Hallo Ihr Lieben,

die letzte Woche habe ich nicht geschrieben,weil es nichts außergewöhnliches zu berichten gab und Ich auch keine Fotos gemacht habe und Ich dachte mit Fotos ist es immer ein bisschen schöner:)
Deshalb erst hier mein neuer Bericht.

Gestern waren wir wieder auf´s Land von Jaime und seiner Familie eingeladen. Nico konnte leider nicht mit,weil er krank war, dafür waren diesmal Leanne und Eva noch dabei. Wir hatten sogar einen Kuchen gebacken, aber wir wissen nicht ob er so gut ankam, weil am Abend die Gasflasche leer ging und wir somit einen halb rohen Kuchen hatten...und Kuchen kannten Sie glaube ich auch nicht so.Aber die Geste zählt.

Vor dem Essen ( es gab Schwein aus dem Ofen) haben wir noch den Arbeitern auf dem Feld geholfen. Gerade ist nämlich Erdnusszeit und da haben wir mit beim Ernten geholfen. Das war richtig spannend, ich wusste nämlich nicht,dass Erdnüsse wir Kartoffeln unter der Erde wachsen. Die Männer haben sie ausgegraben und wir haben die Erdnüsse von der Pflanze dann ab gezupft:)

Danach gab es großes Mittagessen...mit Schwein kann ich mich hier immer noch nicht ganz so anfreunden, weil hier die ganze Speckschwarte mit gegessen wird!

Um zwei wollten Sie anfangen ihre Kühe zu markieren, fing dann aber doch erst um fünf an...pünktlich bolivianisch;-)

Na das war ein Zauber sag ich euch. Erst wurde ein großes Feuer gemacht um die Brandzeichen heiß zu machen, dann wurden alle Kühe zusammen getrieben und dann ging es los die Kühe einzufangen, mit dem Lasso.

Hatten Sie dann eine Kuh, haben Sie ihr die Füße zusammengebunden und dann wurde die arme Kuh mit einem mal auf die Seite umgeschmissen. Dann bekam die Kuh gleich das Brandzeichen (wenn die Kuh dabei übrigens schreit, bringt es Glück) und dann haben Sie ihr jeweils ein Stück Ohr abgeschnitten. Und zwar, weil es ja mehrere gleiche Brandzeichen gibt und mit dem abgeschnittenen Ohren kann man die Kühe besser wieder erkennen, wenn sie weglaufen oder geklaut werden. Als Sie die ganze Tortur überstanden hatte, wurde Sie mit Konfetti bestreut, musste zwei Tassen „Chicha“ trinken und damit beschüttet wurde Sie auch noch. Auch das soll angeblich Glück bringen. Natürlich wurde nach jeder Kuh erstmal eine Runde „Chicha“ getrunken, was dazu führte, dass das Fangen der Kühe sich von Kuh zu Kuh verlangsamte:)

Übrigens schneiden die Bolivianern ihren Katzen auch von jedem Ohr ein Stückchen ab, damit sie den Krach/Streit im Haus nicht dem Teufel erzählen kann...


Nach dem Markieren der Kühe gab es Hähnchen mit Kartoffeln und scharfer Soße und danach wurde getrunken was das Zeug hält. Landes typisch gab es „Chicha“. Das ist wirklich so unglaublich nicht lecker zumal es immer in so Schmutzeimern mit nur einem Schälchen serviert wird. Und dann geht das bolivianische Trinkspiel los. Bevor man trinkt muss man einen Anderen immer einladen zum trinken, der dann nach dir trinkt. Ablehnen ist übrigens verboten. Und so geht es immer und immer weiter. Und wenn man den Riesen Eimer ausleert, steht zwei Sekunden später der nächste volle Eimer auf dem Boden...Nach einigen Eimern fängt dann der Part an, wo die Bolivianer mich fragen, ob ich nicht doch hier in Bolivien bleiben möchte, mit vielen Kühen und einer schönen Hütte und einem tollen Mann;-)

Es war trotzdem so richtig schön und da meine Zeit hier jetzt sich langsam dem Ende neigt habe ich es doch nochmal sehr genossen.

Ich hoffe ihr hattet schöne Feiertage und ihr genießt das schöne Wetter:)


Herzliche Grüße aus Alcalá!

Eure Sophie=)

1 Kommentar:

  1. Was für ein schöner Blogeintrag!!! Es hat viel Spaß gemacht, ihn zu lesen und die tollen Fotos anzuschauen! Ein bisschen Orientierung hat es gebraucht beim Kopf;-) Ich versteh noch immer nicht, warum du nicht Vegetarier geworden bist. Aber das ist ja alles ein wenig wie bei "Wissen macht Ah". Du weißt jetzt wie ein Huhn auf den Teller kommt, wo die Erdnüsse wachsen und wie man den Teufel austricksen kann;-) Erholt Euch gut von dem ganzen chicha zeugs und ganz liebe Grüße von Deiner Mama

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