Freitag, 24. Juni 2011

Arztbesuch mit meiner Schülerin

Hallo Ihr Lieben:-)

aus La Paz bin ich am Sonntagabend wieder gut in Alcalá angekommen. Die Fahrt von Sucre nach ALcalá war zwar etwas unbequem,weil wir zu fünft neben dem Fahrer sitzen mussten und als die Polizeikontrolle kam, mussten wir schnell zu de Passagieren rein und uns verstecken;-)

Mittwoch war ich dann in Mulacancha. Leider kam die Mama zum Kochen nicht, Brot gab es auch nicht und kein Feuerholz zum Mehlsuppe kochen. Deshalb haben wir dann nicht bis um drei Unterricht gemacht sondern nur bis um eins, denn bei der Hitze und keinem Essen und dann noch so weiten Wanderwegen wäre das nicht machbar gewesen. In der Pause kam dann eine Erstklässlerin ( Mary Luz) zu mir und sagte mir,dass ihr eine Stelle am Kopf so weh tun würde. Das habe ich mir dann mit der Lehrerin an geguckt und da blutete und eiterte es an einer Kopstelle ganz doll. Seit zwei Wochen wäre das schon so meinte sie aber ihre Mama hatte ihr gesagt,dass alle Haare abgeschnitten werden müssten und dann hat sie es lieber doch ausgehalten.
Ohje und dann bin ich mit der Kleinen zu ihrem Haus gelaufen( das war nochmal eine Stunde von Mulacancha weg) und hab der Mama versucht zu erklären, dass es wirklich gut wäre mit ihrer Tochter ins Krankenhaus zu gehen, aber Sie war eher nicht so einsichtig und dann habe ich vorgeshclagn ob ich mit Mary Luz ins Krankenhaus gehen könnte,also ob sie mir die Erlaubnis geben würde. Das hat sie dann auch gemacht. Also sind wir zwei Stunden nach Alcalá gewandert( immer noch ohne Essen;-) ). Mein Haus wollte sie unbedingt sehen, aber das habe ich mir nicht so getraut zu zeigen. Bei ihr im Haus gibt es nämlich nicht mal Wasser und im Gegensatz zu ihrem Haus wohne ich hier ja fast wie in einem Palast. Im Krankenhaus hat Mary Luz kein Wort mit den Schwestern oder Ärzten geredet, das war das ein oder andere Mal etwas kompliziert. Ein bisschen habe ich mich wie beim Kinderarzt mit meinem Kind gefühlt;-)

Ach und nach den Akten zu Folge, war sie das letzte Mal im Dezember 2006 im Krankenhaus, da war Sie zwei Jahre alt.


Die Ärzte meinten dann es wäre ein Abszess,den haben sie dann gesäubert und da das sichtbar weh tat habe ich Mary Luz versucht damit abzulenken indem ich sie über die Namen in ihrem Haus ausgefragt habe.
Dann gab es noch ein paar Tabletten und die Bitte, die nächsten Tage nicht unter schmutzigen oder unhygienischen Umständen zu wohnen,ganz realistisch einzuhalten...

Die Arme musste dann noch den ganzen Weg wieder Nachhause laufen, da habe ich ihr zur Stärkung aber eine Mandarine,Brot und Wasser gekauft.
Und ich kam Abends auch vollkommen ausgehungert und kaputt Nachhause...

Ja das war mein Erlebnis der Woche.

Heute haben wir Frei, weil gestern Fronleichmann war und sie den Feiertag (flexibel wie sie hier sind wenn es ums frei machen geht) auf heute verschoben haben,damit das Wochenende länger ist:-)


Die liebsten Grüße schicke ich euch von der Südhalbkugel:-)

Eure Sophie

Sonntag, 19. Juni 2011

Kurzurlaub in La Paz mit Apfelschorle im deutschen Restaurant=)












Hallo Ihr Lieben Zuhause:)


Das letzte Wochenende war ich mit Leanne,Nico und Julian in La Paz. Da ich mit Leanne nicht reisen kann,weil wir unterschiedliche Sachen vom Land noch sehen möchten, haben wir für uns einen kleinen Kurzurlaub in die Stadt entschieden und die Jungs wollten spontan mit. Hinzu sind wir diesmal mit einer unnormal bequemen Flota gefahren. Die Sitze konnte man um 180Grad nach hinten verstellen. Das war schon fast wie ein Bett. Solche Flotas gibt es leider nur auf der Strecke Sucre- La Paz weil es dort die bestausgebaute Straße gibt.
Morgens sind wir dann angekommen, haben uns ein Hostel gesucht und danach ging es in die Stadt schöne Alcpaca-Sachen kaufen. Auf dem Weg haben wir, ihr werdet es nicht glauben, einen Dönerladen!!! entdeckt. Das kam schon fast an „deutschen Döner“ an, nur dass das Fleisch und die Gewürze anders waren...

In La Paz gibt es ein deutsches Restaurant, das haben wir dann Abends besucht. Ich kann es garnciht so richtig beschreiben, wie toll das war. Schon der erste Eindruck. Ein Restaurant, alles aus Holz und überall solche Schilder von deutschen Biersorten. Und dann das Essen. Ohje das war so umwerfend. Zur Vorspeise gab es Brot mir Körnern! Und zu trinken gab es Apfelschorle! Und zum Essen gab es für mich Jäerschnitzel mit Rotkohl und Spätzle!!! So eine „Geschmacksbombe“ hatte ich schon lange nicht mehr. Einfach köstlich:-) Ihr lacht jetzt warscheinlich, das hat die deutsche Touristengruppe am Nachbartisch auch gemacht, aber das war einfach unmwerfend lecker:-)

Am nächsten Tage war Feiertag in La Paz, die ganze Stadt war gesperrt und überall waren Umzüge von Tanzgruppen in verschiedenen bolivianischen Trachten,toll war das.

Am Nachmittag sind wir dann noch in di Südzone ( das Virtel der Reichen gefahren) und haben einen deutsche Bäckerei aufgesucht, wo wir dann Apfelkuchen für uns Alle in Alcalá gekauft haben. Und es wurde noch besser. Später haben wir nämlich noch einen Supermarkt gefunden, indem es Körnerbrot aus Deutschland gab. Das gab es heute zum Abendbrot. Lecker:-)

Mensch jetzt habe ich meinen halben Blog über das Essen geschrieben, aber das hat mich total begeistert,daeshalb wollte ich es euch mitteilen:-)


Ich hoffe ihr hattet auch ein tolles Wochenende. Ich schicke euch ganz liebe Grüße:-)

Eure Sophie

Montag, 13. Juni 2011

13.Juni


















Hallo Ihr Lieben:-)

die letzte Woche hatten wir wieder mehr Frei als Arbeit, weil Tag des Lehrers war und eine Fiesta zum Ehren des Essens zelebriert wurde. Zum Tag des Lehrers haben wieder die einzelnen Klassen einen landestypischen Tanz aufgeführt beziehungsweise zu landestypischer Musik getanzt. Auch wenn es sich natürlich nach der Zeit wiederholt, finde ich es immer noch einen schöne Idee. Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass man so viele Schüler in Deutschland in der sechsten Klasse dazu begeistern kann, sich in irgendwelche traditionellen Kostüme zu schwingen und vor der ganzen Schule zu tanzen. Und das ist hier einfach das Selbst verständlichste.
Und auf der Feier des Essens( Mensch das lässt sich immer etwas schlecht ins Deutsche übersetzen) hatte jede Klasse ein landestypisches Gericht gekocht,was dann verkauft wurde. Schön war das.

Am Wochenende haben wir unsere Küche fertig gestellt. Julian und Nico waren dann doch sehr erleichtert,dass sie jetzt wieder zu ihren ursprünglichen Arbeitsstellen gehen können. Mauer bauen war ja mal schön und gut aber irgendwann waren sie dann doch etwas genervt von der Arbeit.
Wir haben also Freitagnachmittag das Dach gestrichen und am Samstag die Türen und Fenster. AI ich hab mich vielleicht angestellt,auf dieses blöde Wellblechdach zu kommen. Aber ich hätte mir dann doch gerne ein etwas stabilere Leiter gewünscht. Aber als dann Hostelpapi kam und mich lauthals ausgelacht hat, hab ich mich doch dann s
überwunden und bin schnell hochgekletter-)

Gestern haben wir noch ein Huhn von uns geschlachtet. Die Anderen haben sich da nämlich ein bisschen verkalkuliert was die Anzahl der Hühner angeht. Jetzt haben wir nämlich noch zu viele Hühner aber zu wenig Zeit die wir nur noch hier sind. Naja ich fand die Idee schon immer blöd;-) aber ist ja nun nicht mehr zu ändern...nun gibt es halt viel Hähnchen zu Essen. Ein bisschen makaber das wir jetzt so viel schlachten müssen nur aus dem Grund, dass wir bald fahren...
Und noch dazu war Julian letzte Woche dabei, als eine Kuh geschlachtet wurde und hat für uns alle zehn Kilo!!! Fleisch davon gekauft. Naja das wird jetzt eine etwas Fleischhaltige Zeit:-)


Ansonsten habe ich heute mit Julian in Mulacancha Gruppenfotos für mein Abschiedsgeschenk gemacht...das war schon komisch:-(


Ich hoffe ihr hattet schöne Pfingsten. Das wird hier leider überhaupt nicht gefeiert aber wir haben ja auch so genug Feiertage:-)


Ich sende euch ganz liebe Grüße aus Alcalá!

Eure Sophie=)

Sonntag, 5. Juni 2011

Erdnussernten und Kühe markieren:)



















Hallo Ihr Lieben,

die letzte Woche habe ich nicht geschrieben,weil es nichts außergewöhnliches zu berichten gab und Ich auch keine Fotos gemacht habe und Ich dachte mit Fotos ist es immer ein bisschen schöner:)
Deshalb erst hier mein neuer Bericht.

Gestern waren wir wieder auf´s Land von Jaime und seiner Familie eingeladen. Nico konnte leider nicht mit,weil er krank war, dafür waren diesmal Leanne und Eva noch dabei. Wir hatten sogar einen Kuchen gebacken, aber wir wissen nicht ob er so gut ankam, weil am Abend die Gasflasche leer ging und wir somit einen halb rohen Kuchen hatten...und Kuchen kannten Sie glaube ich auch nicht so.Aber die Geste zählt.

Vor dem Essen ( es gab Schwein aus dem Ofen) haben wir noch den Arbeitern auf dem Feld geholfen. Gerade ist nämlich Erdnusszeit und da haben wir mit beim Ernten geholfen. Das war richtig spannend, ich wusste nämlich nicht,dass Erdnüsse wir Kartoffeln unter der Erde wachsen. Die Männer haben sie ausgegraben und wir haben die Erdnüsse von der Pflanze dann ab gezupft:)

Danach gab es großes Mittagessen...mit Schwein kann ich mich hier immer noch nicht ganz so anfreunden, weil hier die ganze Speckschwarte mit gegessen wird!

Um zwei wollten Sie anfangen ihre Kühe zu markieren, fing dann aber doch erst um fünf an...pünktlich bolivianisch;-)

Na das war ein Zauber sag ich euch. Erst wurde ein großes Feuer gemacht um die Brandzeichen heiß zu machen, dann wurden alle Kühe zusammen getrieben und dann ging es los die Kühe einzufangen, mit dem Lasso.

Hatten Sie dann eine Kuh, haben Sie ihr die Füße zusammengebunden und dann wurde die arme Kuh mit einem mal auf die Seite umgeschmissen. Dann bekam die Kuh gleich das Brandzeichen (wenn die Kuh dabei übrigens schreit, bringt es Glück) und dann haben Sie ihr jeweils ein Stück Ohr abgeschnitten. Und zwar, weil es ja mehrere gleiche Brandzeichen gibt und mit dem abgeschnittenen Ohren kann man die Kühe besser wieder erkennen, wenn sie weglaufen oder geklaut werden. Als Sie die ganze Tortur überstanden hatte, wurde Sie mit Konfetti bestreut, musste zwei Tassen „Chicha“ trinken und damit beschüttet wurde Sie auch noch. Auch das soll angeblich Glück bringen. Natürlich wurde nach jeder Kuh erstmal eine Runde „Chicha“ getrunken, was dazu führte, dass das Fangen der Kühe sich von Kuh zu Kuh verlangsamte:)

Übrigens schneiden die Bolivianern ihren Katzen auch von jedem Ohr ein Stückchen ab, damit sie den Krach/Streit im Haus nicht dem Teufel erzählen kann...


Nach dem Markieren der Kühe gab es Hähnchen mit Kartoffeln und scharfer Soße und danach wurde getrunken was das Zeug hält. Landes typisch gab es „Chicha“. Das ist wirklich so unglaublich nicht lecker zumal es immer in so Schmutzeimern mit nur einem Schälchen serviert wird. Und dann geht das bolivianische Trinkspiel los. Bevor man trinkt muss man einen Anderen immer einladen zum trinken, der dann nach dir trinkt. Ablehnen ist übrigens verboten. Und so geht es immer und immer weiter. Und wenn man den Riesen Eimer ausleert, steht zwei Sekunden später der nächste volle Eimer auf dem Boden...Nach einigen Eimern fängt dann der Part an, wo die Bolivianer mich fragen, ob ich nicht doch hier in Bolivien bleiben möchte, mit vielen Kühen und einer schönen Hütte und einem tollen Mann;-)

Es war trotzdem so richtig schön und da meine Zeit hier jetzt sich langsam dem Ende neigt habe ich es doch nochmal sehr genossen.

Ich hoffe ihr hattet schöne Feiertage und ihr genießt das schöne Wetter:)


Herzliche Grüße aus Alcalá!

Eure Sophie=)