Samstag, 28. August 2010

Erster Monat in Bolivien!

Hallo ihr Lieben,
Seit heute genau einem Monat bin ich nun schon in Bolivien! Wow, ein Monat klingt immerhin schon ein bisschen lange aber mir kommt es trotzdem wie eine halbe Ewigkeit vor, dass ich von Zuhause geflogen bin.
Die ersten 2 Wochen waren ja nun mehr oder weniger von Krankheit geprägt,aber seit gut 2 Wochen bin ich ja wieder habwegs auf den Beinen:-)
Vorletzten Samstag war ich ja in Padilla im Internetcafé und habe mich das letzte mal gemeldet.
Am Samstag hat unser Hostelvater,Don Roger, seine große Geburtstagsparty gegeben. Meine erste Bolivianische Geburtstagsparty! Zum Essen gab es 2 Schweine, dazu Mais und Wurzeln und zu trinken nichts anderes außer Chicha. Chicha ist ein alkoholisches Getränk was in Bolivien sehr verbreitet ist und aus Mais hergestellt wird. Der Geburtsttag fing um 17.00 Uhr an und so ca. 19.00Uhr war mehr als die Hälfte der Gäste betrunken. Sobald nur einer "Salud" sagt, muss jeder trinken und sofort wird der Becher wieder randvoll gefüllt.So geht das die ganze Zeit. Ich saß ungünstigerweise auch noch an einem Tisch mit 6 Bolivianern, die sehr akribisch darauf geachtet haben,dass ich mein Chicha nicht wegschütte sondern schön brav austrinke.
Ohje sowas habe ich noch nie erlebt,aber irgendwann kriegen die Gäste nicht mehr mit was man trinkt und so habe ich deine einen Liter Wasser und viele Tassen Tee getrunken.
Irgendwann haben wir dann Don Roger ins Bett geschickt.
Als ich am nächsten Morgen in den Hinterhof gegangen bin, saßen die Männer von Alcalá schon wieder in versammelter Mannschaft und haben ordentlich mit Chicha angestoßen. Schon bei dem Geruch wird mir noch schlecht.Aber alles in allem ein sehr schöner und interressanter Abend.
Eigentlich hatten wir uns für den Sonntag eine große Wanderung vorgenommen...daraus wurde dann aber aufgrund der Masse an getrunkenem Chicha nichts;-)
Montag sind die Studentinnen aus Erlangen gefahren und am Abend kam Eva aus Tarabuco!
Eva hat mich von Montag bis Mittwoch besucht und ist mit mir Dienstag nach Mulacancha gelaufen und am Mittwoch in den Kindergarten.
WIr haben es uns so richtig schön gemacht, mit Pudding ,selbstgemachten Bananenshake und zahlreichen Keksen...
Am Abend haben wir festgestellt,dass es kein so richtiges Spiel im Hostel gibt. Außer Monopoly auf Spanisch,aber zu zweit macht das ja längst nicht so viel Spaß. Also haben wir auf einem riesigen Schuhdeckel ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel entworfen. Es sieht zwar aus als sei es im Bastelunterricht in der Ersten Klasse entstanden aber es erfüllt überrragend seinen Zweck!
Das waren wirklich 2 schöne Tage mit Eva und hat mein Heimweh zeitweise in der Hintergrund gedrängt.
Donnerstag war ich noch in Mulacancha und dort haben wir die 12 Monate gelernt.
In der Pause habe ich mit Alexandra gemalt. Ich hatte nämlich Buntstifte mit und die gibt es dort garnicht und deshalb war Alexandra ganz aufgeregt und hat sich wie ein kleines Kind zu Weinachten gefreut. Sehr süß aber auch traurig.
Irgendwann bat mich die Lehrerin doch die Bolivianische und die Deutsche Flagge zu malen. Soweit so gut,hab ich alles gut hinbekommen. Bis zu dem Zeitpunkt,als ich erklären sollte,was unsere Farben auf der Flagge denn bedeuten...Nun ja...ich wusste es schlichtweg nichtund darüber war sie so richtig bestürzt und war fassungslos. Das hat hier einen ganz anderen Stellenwert als bei uns in Deutschland.
Donnerstag war übrigens "Tag der Großmutter" und deshalb war schon wieder eine große Feier in der Grundschule in Alcalá.;-)
Ich bin schon Donnerstag Nachmittag nach Sucre gefahren,weil der Kindergarten am Freitag geschlossen hatte,weil die Kindergärtnerin in Sucre war.
Meine Flotafahrt war wieder sehr spannend,diesmal hatte ich zwar einen Sitzplatz aber uns ist ein Rad abgefallen. Und da standen wir dann eine Stunde einfach mitten in der Pampa.Aber angekommen bin ich dann ja doch noch:-)
Hier in Sucre "wohnen" Jule und Julia. Sie haben sich ihr Zimmer wirklich schon sehr eingerichtet und ich bin ganz neidisch, weil sie ein so schönes großes Zimmer haben. Freitag Vormittag mussten die beiden dann noch arbeiten und ich hatte Zeit zu duschen. Hier gibt es nämlich Wasser,ganz im Gegensatz zu Alcalá. Seit einer Woche haben wir nämlich kein Wasser mehr. Also erst gab es nur noch zu bestimmten Tageszeiten und dann irgendwann garnicht mehr. Schon erstaunlich worüber ich mich jetzt freue. Wasser! Und wenn es ein bisschen Wasser in Alcalá gab,dann wurde es natürlich für die Toiletten oder für das Kochen benutzt. Weil jeden Tag Milchreis...ist auch nicht so lecker.
Freitag sind Julia,Jule und ich jedenfalls in die Stadt gegangen um Geld abzuheben und auf einmal war laute Musik zu hören und etliche Menschen kamen auf den Platz des 25.Mai... Grund war,dass die Bolivianische Fußball-Nationalmannschaft empfangen wurde. Die haben nämlcih 2 Tage zuvor gegen Chile gewonnen!
Und wegen diesem tollen Erfolg wurden sie im Rathaus von Sucre festlich empfangen. Und als viele Menschen einfach in das Rathaus hineingingen sind wir kurzer Hand auch reingegangen. Und dort haben wir dann Fotos mit den Spielern gemacht und 5 Autogramme habe ich auch! Das war schon ziemlich cool!
Abends waren wir dann Pizza essen, und ich habe es vertragen,super gut!
Danach sind dann die anderen Freiwilligen aus den umliegenden Einsatzstellen gekommen.Aus Tarabuco,Alcalá und El Villar.
Samstag haben wir alle das W-Lan im Hostel ausgenutzt und haben Lebensmittel eingekauft,die es im Dorf nicht zu kaufen gibt...also eigentlich alles. In Alcalá kann man ja lediglich Brot,Tomaten und Äpfel kaufen.Und natürlich Kekse;-)
Abends sind wir in eine Bar gegangen,haben etwas gegessen und getrunken und danach in einen Club tanzen gegangen.
Ui, der Unterschied zwischen Land und Stadt ist so wahnsinnig groß. Bei mir in der Schule in Alcalá können sich die Kinder nicht vorstellen wo Deutschland liegt und sie denken,dass ich jeden Tag mit dem Flugzeug aus Deutschland komme. Und in Sucre kann man genauso feiern gehen wie in Deutschland. Die Frauen haben sogar noch höhere Schuhe an...kann aber auch daran liegen dass sie einfach so klein sind.
Heute Nachmittag fahre ich wieder zurück nach Alcalá,in das andere Bolivien wie ich finde.
Julia und ich haben uns nun beim Volleyballtraining angemeldet und somit haben wir jetzt jeden Abend 2 Stunden Volleyballtraining. Ich bin ja mal gespannt wie das wird:-)
Und wir werden umziehen. Es gibt ein Zimmer für die Weltwärts Mädchen und eins für die Zivis. Unserer Meinung nach, ist das Zivizimmer schöner, und da noch keine Zivis da sind tauschen wir jetzt einfach:-)
Ansonsten gebe ich ab der nächsten Woche Englischunterricht in der Grundschule in Alcalá.
Nächstes Wochenende kommen uns die Mädchen aus Sucre besuchen und das Wochenende danach bin ich schon wieder in Sucre,weil da ein riesen Fest ist und die Stadt Kopf stehen wird.
Nächsten Samstag fahre ich sicherlich wieder nach Padilla in das Internetcafé um meinen Blog zu aktualisieren und euch auf dem Laufenden zu halten!
Ganz herzliche Grüße aus Bolivien an auch alle!
Eure Sophie

Fotos!
























Hier noch die Beschreibungen der einzelnen Bilder:
Bild 1+2= Tänze von den Kindern aus der Grundschule am Tag der Bolivianischen Flagge Bild 3 = 3 Kinder aus dem Kindergarten, in der Mitte die Enkelin meines Hostelvaters Bild 4 = Maren und mein Hostelvater an seinem Geburtstag beim Chicha trinken Bild 5 = so ausgelassen feierte er seinen Geburtstag:-) Bild 6 = Kindergartenkinder in der Straße von Alcalá Bild 7 = Eine landestypische Frau auf dem Markt von Tarabuco Bild 8 = Das Transportmittel Nummer Eins in Alcalá Bild 9 = Mädchen bei der Fiesta zur Bolivianischen Flagge Bild 10 = Mein täglicher Arbeitsweg Bild 11 = Typischer Fleischstand(sowas vornehmes gibt es in Alcalá aber nicht) Bild 12 = Ein Eisstand Bild 13 = und ein typischer Bäcker,aber auch sehr städtisch Bild 14 = Laura,Julia,Annika und ich auf der ersten Fahrt nach Alcalá Bild 15 = Eva und Ich:-) Bild 16 = Das sind Studentinnen aus Erlangen,die für eine Woche in Alcalá waren Bild 17 = Blick vom Balkon am Abend Bild 18 = Pausenfoto in Mulacancha Bild 19 = Alexandra und ich in Mulacancha Bild 20 = Eine Schülerin aus Mulacancha,fand ich einfach schön Bild 21 = Hier einmal die Bolivianische Bauweise;-) Bild 22 = Ein Bolivianischer Schreibwarenladen

Samstag, 21. August 2010

21.08.2010

Heute Morgen um 8.00Uhr bin ich mit einem kleinen Bus in das naechst groessere Dorf mit Internet gefahren. Neben mir sass ein Mann,der einen Hahn auf dem Schoss hatte. Ich dachte erst, er nimmt ihn mit,damit er ihn dann verkaufen kann,aber heute ist ein grosser Hahnenkampf und da hat ist er ganz stolz,dass sein Hahn mitmacht...
Jetzt sitze ich gerade in einem Internetcafè. Ich habe noch nie so langsames Internet erlebt. Und da die Computer hier mit Viren verseucht sind,traue ich es mir nicht, einen Stick anzuschliessen.
Aber am Montag kommt mich Eva aus Tarabuco besuchen und sie nimmt dann all meine Bilder mit und versucht sie dann auf der Blogseite hochzuladen.
Naechsten Donnerstag oder Freitag fahre ich ueber das Wochenende nach Sucre. Dort gibt es wieder W-LAn im Hostel und somit gehe ich davon aus,dass ich dann allen in Ruhe atworten kann und viele Bilder hochladen kann.
Bis dahin ganz Liebe Gruesse aus Bolivien!
Ich vermisse euch!
Eure Sophie

20.08.2010

Heute habe ich wieder im Kindergarten gearbeitet. Wir mussten den Muell wegbringen und ich war ganz gespannt wo wir den Muell den wohl hinbringen wuerden. Schnell wurde mir klar,dass auch dieses Ritual sehr anders ist als in Deutschland. Wir haben den Muell genommen,sind mit diesem durch das Dorf gelaufen und ihn in den Fluss geworfen. Ich war so entsetzt als ich den ganzen Muell im Flussbett und am Ufer gesehen habe. Alles ist wirklich voller Muell. Als die Kindergaertnerin mein entsetztes Gesicht gesehen hat, sagte sie mir, ich brauche mir keine Sorgen machen, denn wenn die Regenzeit wieder anfaengt,wuerde der ganze Muell weggespuelt werden und alles waere wieder sauber... Also muesse ich mir auch keine Sorgen machen...Klingt einleuchtend oder? Hier gibt es einfach keine Muelldeponien oder Verbrennungsanlagen. Hier schmeisst einfach jeder seinen Muell auf die Strasse oder halt in den Fluss. Das Problem hat aber leider ganz Bolivien.
Mit der Sprache klappt es von Tag zu Tag besser. Am besten geht es,wenn man sich mit den Einheimischen unterhaelt.
Seit dem die Frau vom Hostelvater kocht, schmeckt es so richtg lecker und ich esse und esse und esse.
In der Hinsicht kann ich von Glueck sprechen,dass ich die erste Woche Salmonellen hatte und ich somit erst seit einer Woche durchgefuetter werde:-)

20.08.2010

19.08.2010

Heute endlich wieder Mulacancha!
Immer wenn ich im Kindergarten gearbeitet habe, freue ich mich so richtig auf die Dorfschule,auch wenn der Weg so anstrengend ist.
Mittlerweile haben die Erstklaessler alle Buchstaben gelernt und heute habe ich das Subtrahieren mit ihnen begonnen.
Und einen allgemeinen Test habe ich auch noch mit ihnen geschrieben. Ueber solche Sachen wie, Wochentage, Addieren,Subtrahieren, und ein Dikatat noch hintendran. Aber natuerlich in kleiner AUsfuehrung.
Einen richtigen Lehrplan wie es ihn bei uns gibt, gibt es hier nicht. Von jedem wird ein bisschen gelernt.
Hier fehlen die Kinder auch nicht wegen Krankheit, sondern wenn sie fehlen dann weil sie Zuhause auf dem Feld arbeiten muessen.
18.00Uhr waren wir dann von den Schulkindern in Alcal'a zum Volleyballspielen eingeladen. Ich war keine 5 Minuten auf dem Platz, da wurde mir wieder bewusst, warum ich Volleyball in der Kursstufe abgewaehlt habe;-)
Hier gibt es eine richtige Volleyballmannschaft,die taeglich trainiert und somit haben wir uns so richtig blamiert. 25:8 haben wir verloren...
Gegen die Jungs der 4. Klasse haben wir dann aber gewonnen;-)

18.08.2010

Heute habe ich wieder im Kindergarten gearbeitet. So richtig gluecklich macht mich die Arbeit nicht so richtig, einfach aus dem Grund, dass ich nicht sehr viel mit den Kindern machen kann und die Kindergaertnerin der Meinung ist, es reiche aus, wenn die Kinder im Staub spielen und gut ist.
Und der Umgang mit den Kindern ist viel halt dann halt doch sehr viel grober, als ich es bisher gewohnt war. Meiner Meinung nach, existiert dort kein Modell oder eine Struktur nach dem gearbeitet wird sondern mir kommt es vor, als sei das lediglich eie Aufbewahrungsstaette.
Die Vorstellungen von Kinderbeschaeftigungen sind einfach viel zu unterschiedlich. Aber ich versuche mich nicht entmutigen zu lassen und bringe immer neue Ideen mit.
Aber ich habe heute schon mal das BAby gerettet,als es aus dem Kinderwagen gefallen ist, und ich es kurz vor dem der Kochstelle aufgefangen habe...
Heute Nachmittag kam dann MAx Steiner, der Hauptorganisator in Bolivien. Er besucht im Moment jede Einsatzstelle und spielt sozusagen den Pszychologen fuer uns.
Er spricht also mit uns ueber unsere Einsatzstellen,was uns gefaellt,was eher nicht so und was wir fuer Veraenderungsvorschlaege haben. Er nimmt sich dann wirklich fuer jede einzelnen Freiwilligen einzeln Zeit und fuehrt ein 4-Augengespraech. Ich finde das wirklich sehr beruhigend und angenehm, so jemanden hier in Bolivien zu haben.

17.08.2010 - Tag der Bolivianischen Flagge

Heute war Tag der Bolivianischen Flagge...ich sag doch, hier wird jeder Tag zum besonderen Tag gemacht. Und ausserdem haben die Menschen dann eine ofiziele Ausrede zum Trinken...:-)
Jedenfalls gab es aus dem Grund einegrosse Fiesta in der Grundschule. Ich habe mit den Kindergartenkindern zugeschaut. Da ja Tag der Flagge war, wurde sich zu Beginn der Fiesta ordentlich in Reih und Glied aufgestellt, die Fahne wurde gehisst und dazu die Hzmne gesungen. Das wird hier aber generell jeden Montag um 9.00Uhr vor Schulbeginn gemacht. Danach hat jede Klasse einen typischen Bolivianischen Tanz aufgefuehrt, sehr suess war das.

16.08.2010 - Tag des Huendchens

Heute ist Tag des Huendchens:-)
Generell ist jeder Tag in Bolivien ein Tag, an dem man irgendwen oder irgendetwas ehrt. Am Tag des Huendchens sind alle herumlaufenden Hunde mit Blueten oder Ketten geschmueckt. Das sieht schon ein bisschen komisch aus, wenn so ein riesen Hund mit Blumen,Ohrringen und Baendern durch die Strassen laeuft:-)
Heute Morgen bin ich wieder nach Mulacancha gelaufen und fand es viel anstrengender als das Letzte Mal, weil es mittlerweile frueh um 8 schon so richtig warm ist. Und durch die Trockenzeit ist alles so staubig und dreckig hier.
Ich habe wieder mit den Schuelern der ersten Klasse gearbeitet und heute haben wir den Buchstaben "W" gelernt:-)
Da es in Bolivien nicht so viele Woerter mit "W" gibt, war der Name "Walter" das Uebungswort fuer heute. Und es hoert sich wirklich sehr komisch an, wenn ein kleines bolivianisches Kind Walter sagt:-)
Ab heute kocht ja die Frau vom Hostelvater und daher habe ich heute das allererste MAl seitdem ich hier angekommen bin, Nudeln gegessen. Wie lecker Nudeln doch sein koennen. Mit dem Essen geht es also aufwaerts,das macht Mut!

Rueckfahrt nach Alcalà

Also ich dachte eigentlich meine bisherigen Flota-Fahrten seien nicht mehr zu toppen, aber auf der Rueckfahrt von Tarabuco nach Alcal'a wurde ich mal wieder eines Besseren belehrt. Erst einmal kam der Bus eine Stunde zu spaet, aber es war ja ueberragend, dass er ueberhaupt kam. Jedenfalls gab es keinen Busplatz mehr fuer mich, obwohl ich eine Fahrkarte hatte. Aber das interressiert hier eh keinen so richtig. Selbst der Platz neben dem Fahrer war besetzt...Herrlich!
Also sass ich dann auf der Erhebung auf der die Kupplung ist, neben dem Fahrer...wirklich aeusserst bequem...;-)...aber immerhin,ich sass!
Das ganze hatte aber den Vorteil,dass ich nun endlich weiss, wie schnell so eine Flota faehrt. Wir sind die ganzen Stunden nicht mehr als 50 km/h gefahren. Nebenbei haben wir fast noch ein paar Kuehe und Fussgaenger mitgenommen.
Aber der Busfahrer war ganz begeistert von mir...auch wenn er sich nicht vorstellen konnte,dass Deutschland so weit weg ist, dass man nicht mit dem Bus hinfahren kann:-)

Sonntag, 15. August 2010

Erster Besuch in Tarabuco

Hallo ihr Lieben:-)
Freitag Nachmittag sind Julia und ich aus Alcalá mit der Flota losgefahren. Als wir unsere Rucksäcke dem Busfahrer geben wollten,damit er sie unten im Bus verstaut,kam eine kleine Indiofrau mit ganz vielen kleinen Säcken auf den Bus zu. Zu unserer Verwunderung bewegten sich die zugebundenen Stoffsäcke und machten sehr laute Geräusche. Sie schmiss sie aber ohne Bedenken in die Fächer unten im Bus zu den schweren Reissäcken. Eh qir begriffen hatten,dass sie dort einfach lebendige Hühner hatte,hat es ein bisschen gedauert. Ich nehme an,dass keines von den Hühnern die Fahrt überlebt hat,denn so wie die "Straßen" in Bolivien sind, wurden sie von den Reissäcken erschlagen...
Die Flota gehörte anscheinend zu den etwas älteren Modellen,denn schneller als 50 km/h sind wir die ganze Zeit nicht gefahren und bei jedem kleinen Anstieg,waren wir uns sicher,dass wir aussteigen müssen und anschieben müssen. Und es war so ohrenbetäubend laut im Bus,weil die Fenster nicht mehr fest saßen und somit wie verrückt klapperten.
Irgendwann und irgendwie sind wir dann aber doch angekommen:-)
Das Hostel in Tarabuco ist wirklich sehr schön und der Freiwilligenbereich auch.Viel geräumiger und mit mehr Privatsphäre als in Alcalá.
Gestern habe ich dann eine kleine Erkundungstour mit Eva gemacht.
Tarabuco liegt ja doch mehr als 1000 Meter höher als Alcalá und liegt somit in den Bergspitzen und es ist auch etwas karger und nicht so grün(trotz Trockenzeit) wie in Alcalá. Aber es ist um vielfaches größer und mir gefällt es sehr gut:-)
Wenn ich das mit dem Fotos hochladen funktioniert,lade ich sofort die ganzen Bilder hoch!
Und da wir alle schon ein bisschen genug haben von Reis und Kartoffeln( das esse ich nämlich jeden Tag), haben wir uns gestern Nudeln mit Tomatensoße gekocht,so richtig wie Zuhause...das tat gut,das könnt ihr euch garnicht vorstellen:-)
Tagsüber ist es hier so richtig warm,da muss man schon aufpassen,dass man sich keinen Sonnenbrand hohlt,aber ab um 5Uhr Nachmittags wird es soo kalt,das ist unglaublich. Ich habe noch nie mit so vielen Schichten geschlafen inklusive Schal und Mütze;-)
Die Temperaturschwankung innerhalb eines Tages ist wirklich erstaunlich.
Heute morgen gibt es sogar gekochte Eier,natürlich kühl gelagert;-)
Jeden Sonntag ist in Tarabuco der berühmte Indiomarkt,dann sind hier alle Straßen mit Ständen voll und man kann alles kaufen.
Nachher kommen noch die 3 Mädchen die in Sucre wohnen und dann gucken wir uns alle zusammen den Markt an und machen nebenbei gleich ein kleines Voluntariertreffen:-)
Heute Nachmittag fahren Julia und ich wieder zurück nach Acalá.
Morgen darf ich wieder in meine Dorfschule laufen und darauf freue ich mich schon sehr:-)
Nächstes Wochenende bekommen wir dann Besuch von den Mädchen aus Sucre und das Wochenende darauf verbringen wir alle zusammen das Wochenende in Sucre.
Also jetzt jedes Wochenende volles Programm.Das tut mir aber auch ganz gut,weil ich dann abgelenkt bin und das Heimweh nichtg ganz so doll durchkommen kann:-(
Da ich ja in Alcalá kein Internet habe,schreibe ich jeden Tag in Alcalá auf meinem Laptop auf,was ich erlebt habe und lade es dann bei der nächsten Internetgelegenheit hoch,dann seid ihr immer auf dem Laufenden:-)
Ich hoffe euch allen geht es gut!
Ganz Liebe Grüße bis dahin erstmal:-)
Sophie

Samstag, 14. August 2010

Erste Eindrücke aus Alcalá

Dienstag Nachmittag bin ich dann mit der Flota (Überlandbus) wieder nach Alcalá gefahren.Klappe die zweite also:-)
Mittwoch Vormittag habe ich dann im Kindergarten von Alcalá gearbeitet. Den besuchen so ungefähr 12 Kinder im Alter von 9 Monaten und 5 Jahren. Der Kindergarten ist gewöhnungsbedürftig und in keinem Falle mit einem deutschen zu vergleichen. Im Moment fühl ich mich dort als Frewilliger noch etwas überflüssig und so war ich Dienstag Mittag doch noch etwas geknickt.
Am Nachmittag habe ich dann erstmal mit Julia unser Zimmer entrümpelt und etliche Habseligkeiten,die alte Freiwillige hier gelassen haben, sortiert. Und dann haben wir versucht es uns ein bisschen „heimelig“ in unserem Zimmer zu machen ( Fotos über das Bett gehangen etc.)
Jetzt fühl ich mich wenigstens ein kleines bisschen mehr wie Zuhause.
Momentan sind Julia und ich da, dann noch eine Selbstzahlerin und eine Zahnärztin die für das Projekt „Ärzte für die dritte Welt“ arbeitet.
Heute Morgen bin ich dann mit der Selbstzahlerin zu meiner zweiten Einsatzstelle gelaufen. Dabei handelt es sich um eine Schule Namens „Mula Cancha“, die ungefähr eine Stunde Fußmarsch entfernt ist. Der Weg ist doch ganz schön anstrengend,weil es sehr viel über steiles Geröll geht. Aber ein toller Arbeitsweg...100% Natur!
Und auf dem Weg kommen einem Kinder entgegen,die in Alcalá zur Schule gehen,die einem dann nach der Uhrzeit fragen,da sie keine Uhren besitzen. Und manche fragen dann, man nicht ein Foto von ihnen machen kann...
Die Schule liegt wirklich komplett in der Pampa. Nichts weit und breit außer Berge und Weide.
Kaum hatten wir das Schulgelände betreten, stürmten die Kinder schon auf uns zu.
Und obwohl sie mich gar nicht kannten, sprangen mir 2 Mädchen gleich in die Arme und lächelten mich einfach nur an. Das hat mich so glücklich gemacht und ich wusste gleich,dass es mir hier gefallen wird.
Es gibt 2 Klassenräume. Einen für die vierte und fünfte Klasse und einen für die 1.-3. Klässler.
Ich bin zu den Jüngeren gegangen. In dem Raum steht in jeder Ecke ein kleiner Tisch mit ein paar Stühlchen,für die jeweiligen Klassenstufen. Da nicht immer alle Kinder kommen,da sie Zuhause auf dem Feld arbeiten müssen,ist die Schüleranzahl doch eher überschaubar.
Ich habe heute mit Alexandra gearbeitet. Sie ist 6 Jahre und geht somit in die 1.Klasse. Wir haben gelesen,geschrieben und etliche Aufgaben gerechnet. Und es war so faszinierend und unglaublich spannend mit ihr zu arbeiten und ihr helfen zu können. In der Pause haben die Jungs barfuß Fußball gespielt und die Mädchen haben sich darum gestritten wer zuerst auf unsere Schultern durfte. Nach der Pause war ich also fix und alle:-)
Gegen 12.00 Uhr ist dann die Schule zu Ende. Mittagessen bekamen wir einer sehr mitteralterlichen, stockdüsteren Lehmhütte. Und aus Höflichkeit muss man eine riesen Portion essen.
Alles in allem war der Vormittag so eindrucksvoll und es hat mir so richtig gut gefallen,weil ich genau das gemacht habe,was ich auch unbedingt machen wollte.
So langsam komme ich in dem winzig kleinen Dorf an. Es fällt mir in vieler Hinsicht schwer,aber ich versuche das Beste daraus zu machen und mich darauf einzulassen.

13.08.2010

Heute sollte ich eigentlich den ganzen Vormittag im Kindergarten arbeiten,aber es war nur ein einziges Kind da,weil es kalt war. Und anscheinend gehen die Kinder hier nicht in den Kindergarten wenn es kalt ist. Also habe ich mit dem einzigen Kind gemalt und der Erzieherin beigebracht wie man mit Transparentpapier Motive abpauschen kann. Sie ist von dieser „neuen Erfindung“ hellauf begeistert gewesen und hat meine Kreativität gleich gelobt:-)
Als ich dann die Stifte wieder sortiert und zusammengepackt habe meinte sie dann nur : „so ordentlich...typisch Deutsch“, so manche Vorurteile eilen uns halt doch in der ganzen Welt vorraus;-)
Nach einer Stunde hat mir die Kindergärtnerin dann erklärt wir können ruhigen Gewissens den Kindergarten zu machen und Nachhause gehen. Es kämen eh keine Kinder mehr und zu Hause ließe es sich eh viel besser stricken...:-)
Diese Mentalität ist in manchen Punkten wirklich äußerst sympathisch:-)
Nachher fahren Julia und ich mit der Flota nach Tarabuco (ein kleines Bergdorf nahe Sucre) um Eva und Sarah zu besuchen und am Sonntag gucken wir uns dann den berühmten „Indiomarkt“an.
Bis dahin erstmal, Liebe Grüße aus Bolivien:-)
Sophie

Ps: Irgendwie spinnt gerade der Browser von Blogspot und ich kann deshalb leider keine Bilder hochladen.
Ich hohle das aber so schnell wie möglich nach...

6.August- Nationalfeiertag in Bolivien

Den Nationalfeiertag von Bolivien habe ich durch meine Krankheit ja in Sucre miterleben dürfen. Ich kam gerade vom Arzt als der Umzug stattfand. Alle Schüler von Sucre laufen dann in ihren Schuluniformen über den Platz „25 de Mayo“ und demonstrieren somit ihre Schule. Und jeder Schüler hat irgendein Instrument zu spielen. Sei es Trompete,Trommel,Pauke oder einen Stab. Und dann maschieren alle ganz patriotisch und im Gleichschritt durch die Stadt. Es war sehr interressant zu beobachten,wie unterschiedlich die Schuluniformen doch sein können. Von ganz bedeckter Kleidung bis zu Miniröcken mit weißen Stiefeln,war alles dabei. Das ganze Spektakel war für mich wirklich sehr beeindruckend, weil man so etwas in Deutschland ja gar nicht kennt. Jedenfalls nicht in dem Ausmaß.
Also ein wirklich tolles Erlebnis

Freitag, 6. August 2010

Diesmal nur eine kurze Nachricht aus Bolivien...
Ich bin schon wieder in Sucre,weil es mir gesundheitlich schlechter ging und jetzt bin ich bei einem deutschen Arzt in Behandlung und der hat eine Darmentzuendung und Salmonellen festgestellt und deshalb muss ich jetzt 2 mal taeglich zu ihm und mich spritzen lassen...
Deshalb noch kein Bericht und Bilder aus Alcala weil ich dort nur 12 Stunden war...
Liebe Gruesse bis dahin erstmal.
Sophie

Dienstag, 3. August 2010

Auf nach Alcalá!












So in 2 Stunden geht es los. Dann fahre ich mit dem Bus 5-8 Stunden nach Alcalá. Ich bin schon sehr aufgeregt und freue mich sehr, meinen Einsatzort und somit auch mein neues "Zuause" kennen zu lernen:) Gestern haben wir unser Visum beim Deutschen Konsulat beantragt und sofort war wieder die Deutsche Ordnung da...Formulare über Formulare...;-) Dann haben wir uns eine neue Sim-Karte gekauft und das dazugehörige Handy,was sich jedoch schwieriger rausstellte,als gedacht. Hier muss man nämlich die Sim-Karte und das Handy in einem großen Zentrum registrieren lassen. Naja die "Hora-Bolivia" ist halt doch sehr anders:-) Das ganze Vorhaben hat dann doch fast den ganzen Tag in Anspruch genommen... Leider sind nun auch Jule und Sarah krank geworden und deshalb kommt der deutsche Arzt gleich in unser Hostel...also er wollte eigentlich schon vor 3 Stunden da sein,aber sogar der Arzt nimmt es hier nicht so genau mit der Zeit;-) Und ich habe mir noch westliche Cornflakes gekauft,in der Hoffnung dass ich sie vertrage... Da ich nicht so genau weiß, wie die Situation mit dem Internet in Alcalá ist, kann es sein dass ich die nächsten Tage erstmal nicht online sein kann und meinen Blog aktualisieren kann. Sobald ich aber wieder Internt habe, gibt es alle Eindrücke aus Alcalá. Bis dahin erstmal:-) Ganz liebe Grüße aus Bolivien!
Hasta luego
Sophie

Sonntag, 1. August 2010

Letzter Zwischenstopp vor der Ankunft im neuen Heimatort










Hallo ihr Lieben, nun bin ich endlich in Sucre angekommen. Gestern Nachmittag sind wir in Santa Cruz mit dem Bus losgefahren. Für bolivianische Verhältnisse war es glaube ich ein sehr komfortabler Bus, mit richtigen Liegesitzen:-)...jedoch hatte ich das ein oder andere Mal das Gefühl, dass der Bus gleich auseinander fällt. Hier fahren die Busse auf Straßen,die eigentlich gar keine Straßen sind und es ist auch wirklich sinnvoll,dass man Nachts fährt...dann kann mich nicht so sehr gucken,wie steil es rechts und links nach unten geht;-) In den ganzen 18 Stunden Fahrt haben wir eine Pause von 15 Minuten gemacht... Nun habe ich auch das Glück bzw. Unglück, dass ich gleich vom Essen einen Magen-Darm Infekt habe und die Busfahrt deshalb noch unerträglicher war...aber es kann nur noch besser werden,denn ich trinke ununterborchen Kokatee:-) Heute Mittag sind wir dann in Sucre angekommen und haben im Hostel dann gleich die Freiwilligen aus dem Jahr 2009/2010 getroffen und mit ihnen Mittag gegessen. Sie haben uns dann den ein oder anderen brauchbaren Tipp gegeben,bevor sie dann die Heimreise angetreten haben. Heute Nachmittag haben wir dann mit dem Hostelvater von Sucre (Aturo) einen Stadtrundgang gemacht. Mir persönlich gefällt Sucre viel mehr als Santa Cruz, da es nicht so unglaublich riesig ist und damit persönlicher ist. In der Innenstadt sind alle Häuser komplett weiß und das gibt der Stadt irgendwie einen besonderen "Touch". Ansonsten macht mir diese große Armut doch sehr zu schaffen,auch wenn das natürlich bekannt ist,,dass Bolivien sehr arm ist, trifft es mich immer wenn ich so extrem Arme Bereiche in den Städten oder den Dörfern sehe. Und gerade kommt so das erste Heimweh in mir hoch,aber auch das ist vielleicht normal. Dienstag geht es dann endlich nach Alacalá,meine Einsatzstelle...ich bin schon sehr gespannt auch wenn ich mir gerade von einer ehemaligen Freiwilligen aus Alcalá die ganzen Flohnarben angucken musste... Bis hierher erstmal Ganz herzliche Grüße nach Deutschland aus der Kolonialstadt Sucre,Bolivien Eure Sophie

Ps: Das Foto mit dem Hund...musste ich hochladen,weil es so lustig war,als wir in ein Bolivianisches Taxi gestiegen sind...alle Gurte waren abmontiert,das Lenkrad war links und der Tacho rechts,also vollkommen anders..aber einen Wackeldackel hatte er trotzdem vore stehen:-)