Montag, 28. Februar 2011

Mein Start in die Karnevalswoche=)

Hallo Ihr Lieben:-)


Die ganze letzte Woche war in Alcalá Schulfrei...weil nämlich das neue Schulgesetz erläutert werden musste...natürlich einen Monat nach Schulbeginn;-)
Deshalb bin ich jeden Tag in den Kindergarten gegangen. Am Wochenende hatte Julian Geburtstag und wir haben im Kindergarten eine kleine Party geschmissen.

Heute war ich in Mulcancha. Am Ende des Jahres bekommen die Eltern ja immer dafür Geld,dass ire Kinder regelmäßig zur Schule gehen. Dafür muss am Anfang des Schuljahres ein Dokument erstellt werden, in dem drin steht,dass das Kind in einer Schule registriert wird und dann müssen die Eltern noch viele weitere Sachen über ihre Lebensumstände ankreuzen. Unter anderem auch, ob sie einen Wasseranschluss haben oder ob sie sämtliches Wasser aus dem Fluss beziehen. Es gibt nicht einen Schüler,der einen Wasseranschluss Zuhause hat.
Diese Dokumente mussten heute jedenfalls mit Unterschrift der Eltern im Sekretariat in Alcalá abgegeben werden. So gut wie kein Elternpaar hat unterschrieben. Somit war heute meine Aufgabe alle Unterschriften der Eltern und die Unterschriften der Erstklässler( sie können noch nicht ihren Namen schreiben) zu fälschen...
Ich musste schon sehr schmunzeln, bei der Vorstellung,dass das in Deutschland unter Strafe steht und es hier einfach gemacht wird ohne mit der Wimper zu zucken....


Das Geburtstage hier nicht so die Bedeutung wie bei uns in Deutschland haben, weiß ich schon länger. Es ist nicht unnormal, wenn man ein Kind fragt, wie alt sein Bruder ist oder wie alt es ist,dass es es einfach nicht weiß. Obwohl die Kinder mittlerweile schon eher als ihr Eltern. Aber trotzdem wurde es mir heute noch einmal mehr gezeigt.
Morgen hat Evelin Geburtstag. Sie geht in die erste Klasse und wird sechs Jahre alt. Heute ware ihre Mama kurz in der Schule und dann habe ich ihr gesagt,dass ihre Tochter ja morgen Geburtstag hat. Worauf sie mich völlig entgeistert angeguckt hat und mich fragte ob heute denn schon der 31.Februar sei...Nachdem ich ihr das Prinzip mit den Tagen im Februar erklärt habe, hat sie mir gesagt,dass sie es dann wohl schlicht und ergreifend vergessen hat und sie Evelin dann morgen vielleicht eine Kartoffel mit in die Schule mitgeben wird...




Das allerneuste und allerbeste ist,dass wir es nun endlich genehmigt bekommen haben, selbst Mittags zu kochen. Ich lag letzte Woche nämlich schon wieder im Bett und laut dem Arzt hier im Krankenhaus hatte ich schon wieder Besuch von Salmonellen...

Da das ständige Kranksein ein Ende haben muss, haben wir nun nach mehreren Gesprächen eine lange E-Mail an unsere „Chefs“ geschrieben und zu unserer großen Freude eine Genehmigung bekommen und müssen nun nie wieder in der Pension essen und leiden hoffentlich auch in der nächsten Zeit nicht mehr unter Magenbeschwerden:-)

Hier mal die Mail:

Hallo Max!
Im Namen von allen Freiwilligen Alcalas erreicht dich diese Email:
Seitdem wir abends im Kindergarten kochen können, ist das Leben hier wirklich um einiges erleichternd für uns geworden. Danke nochmal für die Möglichkeit, dies so handhaben zu können.
Leider haben aber die meisten unserer Gruppe immer noch fortwährend Probleme, hauptsächlich Übelkeit, Erbrechen, anhaltenden Durchfall. Außer 2 Leute sind davon regelmäßig alle betroffen. Auch unsere bolivianischen Bekannten und Freunde des Krankenhauses, junge Leute aus Sucre, die hier Praktikum machen, haben nach dem Speisen in der Pension mit starken Durchfällen zu kämpfen, weshalb sie ab März ALLE selbst kochen. Dies ist für uns ein Indiz, dass es nicht nur an unseren „europäischen“ Mägen liegt, dass es uns so schlecht geht.
Hinzuzufügen sei auch, dass wir unsere Arbeit nicht in vollem Umfang ausführen können, wenn wir ständig krank sind. Mit Blitzdurchfall kann man schlecht 2 Stunden in eine Außenschule wandern oder Feldarbeit leisten. Wir denken dass uns dies auch Volunta bestätigen würde, schließlich haben sie uns eine Information zum Thema „bakterienfreies Essen“ gegeben, um solche Sachen zu vermeiden. Das Essen der Pension ist aber nicht richtliniengemäß hergestellt.
Da wir nun schon die wunderbare Lösung mit der Küche im Kinder haben, wollen wir erneut um eine Änderung der Essenregelung dahingehend bitten, dass wir auch mittags unser Essen selbst zubereiten können. So lange Dona Renilda mit den Kindern tätig ist (12:15 Uhr) würde sie natürlich nicht belästigt, danach würde sich jeden Tag ein „Essens-Team“ um die Zubereitung bakterienfreier Speisen kümmern.
Mit Don Roger haben wir bereits gesprochen, der sich für unsere Lösung ausgesprochen hat, da ihn das ständige Krank-sein seiner Freiwilligen natürlich auch stört. Arturo aber war dagegen, da er einen sogenannten Kosum-Vertrag mit der Alcaldia hat. Wir halten dagegen, dass wir für unser Essen auch hier im Dorf konsumieren müssten, ja besser noch, das Essensgeld auf die tiendas aufteilen anstatt das alles Geld in die Pension zu einer einzigen Person fließt.
Für uns ist das anhaltende Unwohlsein leider kein Zustand, es vergeht keine Woche in der man sich nicht übergibt oder unter Durchfall oder Übelkeit leidet (auch die Bolivianer haben uns das bestätigt). Wir bitten dich inständig darum, die Verantwortung des Essens an uns selbst zu übergeben und versprechen großes Verantwortungsgefühl und weiterhin pflegliche Behandlung jedwedem zugehörigen Materials und Utensils.
Mit freundlichsten Grüßen,
Daniel , Julz
Leanne, Sophie
Julian, Julia
Eva und Nico


Nun muss ich noch drei Tage arbeiten gehen und dann fahre ich über Karneval nach Camiri zur Marisa:-)
Mein erster Karneval in Südamerika,ich berichte euch dann fleißig=)


So nun habt ihr erstmal viel zum Lesen, ich hoffe es ist nicht zu viel auf einmal?

Die liebsten Grüße schicke ich euch!

Ich denke ganz doll an euch!

Eure Sophie:-)

Montag, 21. Februar 2011

Ich benötige eure Hilfe!




Meine Lieben,

Letze Woche war ich das erste Mal wieder regelmäßig arbeiten:-)
Montag bin ich mit großer Vorfreude auf meine Schüler nach Mulacancha gelaufen. Es war so wirklich sehr schön alle wieder zu sehen aber ganz viele neue Erstklässlergesichter zu sehen.

Was jedoch sehr erschreckend war,dass die Kinder so unglaublich dünn waren. In Bolivien sind alle Lebensmittelpreise gestiegen,teilweise um das Doppelte. Zucker ist mittlerweile ein absolutes Seltenheit. Eine Familie die auf dem Campo lebt,wo die Mutter Hausfrau ist und der Vater Fedarbeit ausführt, sind die angesetiegenden Preise eine Katastrophe.Es gibt nur noch wenig Essen und unregelmäßige Mahlzeiten für die Kinder Zuhause. Deshalb sehen sie auch so abgemagert aus.

Am Dienstagmorgen habe ich dann an Jeder Tienda einen Kilo Zucker gekauft und bin dann mit vier Kilo Zucker in die Schule gelaufen, damit sie zum Frühstück einen Tee mit Zucker bekommen.

Ein weiteres Problem liegt bei den Schulbüchern.
Letztes Schuljahr gab es drei Erstklässler, dieses Jahr sind es zehn. Und schon letztes Jahr gab es nur ein zerlettertes Lehrbuch. Dieses Jahr ist das natürlich noch ein viel größeres Problem. Deshalb möchte ich gerne dreizehn Schulbücher kaufen.
Zehn Stück für die erste Klasse und drei Stück für die Zweite Klasse.
Ich finde es einfach sehr notwendig,dass die Kinder ein Buch haben, in dem sie Lesen lernen können.
Ein Buch kostet 2€.

Deshalb wäre meine Frage ob ihr bereit wärt einen kleinen Betrag dafür zu spenden?
Ich wäre euch sehr sehr dankbar für diese Hilfe und ich würde versuchen so viele Fotos wie nur möglich zu machen, von den Gesichtern der Kinder die die Bücher sehen.


Das Geld müsste an folgendes Konto überwiesen werden:


Geno-Volks-Bank Essen eG - in Essen - Deutschland

- Kto-Nr: 546 346 900 - BLZ: 36060488

Konto-Name: Anne-Sophie Schroeter

Max Steiner, LIC:OEC.HSG, Freiestrasse 8, 08500 Frauenfeld/Schweiz

IBAN-Nummer: DE41360604880546346900


Es wäre ganz lieb, wenn ihr mir vielleicht schreiben könntet wenn ihr bereit wärt zu spenden und wenn ja, wieviel.


Vielen lieben Dank.

Ganz herzliche Grüße


Eure Sophie

Mein Besuch bei den taubstummen Kindern:)









Hallo Ihr Lieben,

mittlerweile habe ich mich wieder richtig in den Dorfalltag in Alcalá eingelebt und wir Voluntarier untereinander verstehen uns auch wirklich gut.

Da wir das Essen in der Pension alle so schlecht vertragen,dürfen wir uns jetzt Abends immer selber versorgern. Zur großen Verwunderung der Bolivianer kochen wir nicht, sondern kaufen uns nur Brot und Aufstrich und machen einen Tomatensalat und so sind wir dem deutschen Abendbrot ein Stückchen näher:-)

Leanne, meine "Mitbewohnerin" läuft jeden Tag auf den Campo zu einer Familie, die zwei taubstumme Kinder haben. Ihnen bringt sie Verständigung per Gebärdensprache bei, um dann so etwas zu erreichen wie zum Beispiel "Einkaufen an einer Tienda".
Letzten Montag habe ich sie das erste Mal dorthin begleitet und es war einfach ein ganz prägendes Erlebnis.

Sie leben in einer ganz einfachen Lehmhütte und der Unterricht findet im einzigen Raum der Hütte statt.
Ich fande es so beeindruckend, mit welcher Begeisterung die beiden Kinder beim Unterricht dabei sind und eine Freude ausstrahen obwohl se so ein hartes Schicksal haben.
Wir haben mit ihnen das Einkaufen an der Tienda geübt, Galgenraten mit Vokabeln geübt, Dialoge aufgeschrieben und zum Schluss gespielt.
So richtig richtig toll war das:-)

Samstag, 5. Februar 2011

Meiner ersten Tage wieder "Zuhause"

Hallo Zuhause=)


da ich ja momentan kein Internet in Alcalà habe, bin ich heute Morgen mal wieder in das schone Nachbardorf Padilla gefahren;-)

Leider kann ich keine Fotos hochladen,aber das erfolgt dann alles,wenn ich wieder das Internethandy habe...aber wenigstens kann ich euch ein bisschen von meinen ersten Tagen in Alcalà schreiben.

Die Busfahrt war der absolute Horror...Mein Ticket gab es naemlich zweimal und so musste ich im Gang von der Flota sitzen,auf so einem kleinen Hoeckerchen und auf meinem Schoss hatte ich einen stinkenden Karton voller Huehner...da kamen mir dann doch kurzzeitig die Traenen der Verzweiflung...so bolivianisch bin ich dann noch noch nicht...aber ich habe ja alles ueberlebt und es haben auch alle Huehner ueberlebt und somit haben wir nur 17 Huehner zum grossziehen in Alclà.

Jeden Morgen 6 Uhr und Abends 18 Uhr, muss einer von uns zu den Huehnern gehen,und sich um sie kuemmern...jaja, ich habe mich noch nicht so ganz damit angefreundet, zu mal wir sie dann eh nur essen werden, aber alle anderen sind ueberaus begeistert...

Eigentlich sollte ja am Dienstag die Schule beginnen...aber nein nein das laeuft hier nicht so wie bei uns Zuhause.
Dienstag mussten alle Lehrer antreten um mit einer Unterschrift zu beweisen,dass sie puenktlich zu Schulbeginn da sind. Eigentlich eine ganz gute Idee wie ich finde...

Nun sind aber noch nicht so viele, beziehungsweise fast gar keine Schueler da, die Lust der Lehrer zu arbeiten, haelt sich auch ganz stark in den Grenzen und so haben sie sich gedacht die naechsten 2 Wochen!!! dafuer zu nutzen einen Stundenplan zu erarbeiten. In den 2 Wochen kann dann natuerlich noch gar keine Schule stattfinden,ist ja logisch und da nicht alle Lehrer den Stundenplan enwerfen koennen,was auch logisch ist, ist gestern fast die gesamte Leherschaft wieder nach Sucre zurueckgefahren...wann sie wider kommen weiss noch keiner so genau.

Das klingt ja vielleicht alles ganz lustig,und teilweise kann ich auch drueber lachen aber mometan nervt es mich dann doch sehr. Weil somit haben wir alle keine richtige Arbeit und haben einfach nichts richtiges zu tun. Und vor allem schafffe ich dann auch wieder so wenig mit meinen Schuelern,weil in 4 Wochen ist naemlich auch schon wieder wegen Karneval frei...Nunja das ist ein bisschen anstrengend.

In Camiri wurde ich ja so doll zerstochen und nun haben sich manche Stiche ziemlich entzuendet und nun muss ich jeden Abend eine riesen Reingungsprozedur machen und mich neu verpflastern...:/


Ansonsten habe ich ein bisschen Schwierigkeiten mich wieder in Alcalà einzuleben und das Heimweh plagt mich ein wenig, aber das wird sich sicherlich in der naechsten Zeit wieder legen.

Ab Montag laufe ich wieder nach Mulacancha, auch wenn noch nicht so viele Schueler da sein werden, dann habe ich etwas zu tun und Hilfe kann die Schule ja immer gebrauchen.

Hier hat nun die Regenzeit endlich mal angefangen, es ist trotzdem immer noch zu wenig Wasser im Fluss...Der ganze Regen hat aber auch zu Folge,dass es so schnell abkuehlt und nun nur noch teilweise 20 Grad sind...aber zum Glueck habe ich eine dicke Jacke und einen Schal am Start...
Das ist wirklich erstaunlich, wenn man die ganze Zeit immer an so eine Hitze oder Waerme gewoehnt ist,dann kommen mir 20 Grad vor wie angehender Winter...zum Glueck komme ich im Sommer in Deutschland wieder an,dann muss ich nicht so doll umstellen;-)



Ich melde mich dann spaetestens naechste Woche wieder, vielleicht kann ich dann auch shcon ein bisschen was von meiner Arbeit erzaehlen=)


Lasst es euch allen gut ergehen,ich denke ganz fest an euch.


Die liebsten Gruesse.


Eure Sophie