Hallo meine Lieben=)
so nun wird es höchste Zeit, euch von meinen Erlebnissen der letzten Woche zu erzählen....
Ich fang am besten bei der Fahrt nach Camiri an. Letzten Donnerstag sind Eva,Johnny( Zivi aus El Villar) und Ich nach Camiri losgefahren. Die Flotas nach Camiri fahren eigentlich nur aus Sucre los, aber sie fahren auch an der Abzweigung zu Alcalá vorbei. Und deshalb hatten wir mit der Flotagesellschaft ausgemacht,dass sie uns an dieser „Abzweigung“ abholen. Das hat auch schon das ein oder andere Mal gut geklappt.
Diesmal jedoch nicht.Wir standen einfach mitten in der Nacht vier Stunden an dieser Straße und haben jede einzelne Flota angehalten, die uns entgegen kam. Überall fuhren sie hin, nur unsere Flota nach Camiri kam nicht:-(
Normalerweise hätte sie gegen 11 Uhr kommen müssen, als wir nachts um eins immer noch dastanden und warteten, verließ Eva und mich dann doch so langsam der Mut und ein mulmiges Gefühl machte sich breit:-(
Eine halbe Stunde später hielt dann ein Camion ( eine Art Laster, die als Transportmittel von Lebensmitteln,Tieren und anderen Sachen benutzt werden) der uns versicherte,die Flota käme nicht mehr.
Da wir nicht recht wussten was wir nun machen sollen, sind wir dann in den Camion gestiegen,da er nach Monteagudo fuhr und das liegt in der Nähe von Camiri. Dann kam ich es aber erst Recht mit der Angst zu tun. Denn der Fahrer hatte in der einen Hand das Bier, in der anderen die Zigarette und sein Mund war voller Coca...:-/
Der Fahrer meinte aber ganz gelassen,dass wir uns keine Sorgen machen müssten,denn alle Fahrer in Bolivien tränken beim Fahren....
Nach einem Stopp haben wir dann aber doch beschlossen, nicht weiter neben dem Fahrer zu sitzen und haben uns auf die Ladefläche des Lasters begeben.
So sind wir dann 11 Stunden gefahren. Ich lag zwischen Kartoffelsäcken, Colaflaschen und Lebensmittelkisten.
Ich sag euch, erstens hatte ich ziemlich Angst und zweitens hatte ich noch nie so eine schmerzvolle Fahrt. Die Schlaglöcher sitzen mir immer noch in den Knochen..
7 Stunden später als normal sind wir dann in Monteagudo angekommen und von dort aus mit einem anderen Auto weiter nach Camiri gefahren.
Dort kamen wir dann am späten Nachmittag so unglaublich kaputt an.
Jaja, so war meine Fahrt nach Camiri. Das war vielleicht ein Abenteuer, aber meistens ärgert es mich,dass wir unser Geld nicht zurückbekommen von unseren Flotakarten und dass der Fahrer wissentlich an uns vorbeigefahren ist, obwohl es mit ihm abgesprochen war,dass er uns dort einsackt.
Aber nun gut, einmal geht es schief,beim nächsten Mal klappt wieder alles wie geplant....
Meine Karnevalswoche in Camiri habe ich mit acht weitern Voluntariern verbracht. Marisa,Marie,Luisa,Eva,Immanuel,Johnny,Max und Alex:)
Im Gegensatz zum Hochland wird im Tiefland auch mit Farbbomben gefeiert. Wir haben uns extra ein T-Shirt gekauft und bedrucken lassen, weil wir alle keine Sachen von uns opfern wollten;-)
Die Ausgangsfarbe war gelb. Nun hat man T-Shirt die Farbe von...Biomüll oder so etwas ähnlichem.:-)
Vier Tage haben wir durch gefeiert.Am ersten Tag haben sich alle auf der Plaza in Camiri getroffen und haben die Wägen angeschaut und die zuvor gewählte Karnevalskönigin gefeiert. Die anderen Tage musste man in eine bestimmte „Gruppe“ eintreten,die nach dem Alter eingeteilt waren. Und es war eine einzige Farb,- Schaum- und Wasserschlacht.
Ihr könnt euch das nicht vorstellen.Mein ganzes Gesicht war bedeckt von allen möglichen Farben und meine Haare haben bis jetzt noch rosane und grüne Flecken...
Nebenbei hat Max ( Zivi aus Camiri) dem Immanuel( mein Ex-Mitbewohner) Dreads verpasst. Nun haben sie beide Dreads=)
Sonst haben wir noch zusammen gekocht,und die Zeit miteinander genossen.
Viel zu schnell ging die Woche rum und heute Nacht sind Eva und Ich dann wieder gut in Alcalá angekommen.Und ein paar Stunden später bin ich nach Mulacancha losgelaufen.
Nun lege ich fix und fertig im Bettchen und werde warscheinlich ganz lange schlafen.
Das Wochenende haben wir noch nichts großes vor, außer dass wir Sonntag zum Fluss wandern wollen um dort baden zu gehen.
Ich schicke euch herzlichste Grüße aus Alcalá.
Ich denk ganz fest an Euch!
Eure Sophie
Das ist aber schön, endlich ein neuer Bericht von Dir. Wir sind heilfroh, dass ihr wieder gut angekommen seid und Velten findet die Bilder voll cool. Wir senden herzliche Grüße Deine Mama
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