Hallo Ihr Lieben:-)
Die ganze letzte Woche war in Alcalá Schulfrei...weil nämlich das neue Schulgesetz erläutert werden musste...natürlich einen Monat nach Schulbeginn;-)
Deshalb bin ich jeden Tag in den Kindergarten gegangen. Am Wochenende hatte Julian Geburtstag und wir haben im Kindergarten eine kleine Party geschmissen.
Heute war ich in Mulcancha. Am Ende des Jahres bekommen die Eltern ja immer dafür Geld,dass ire Kinder regelmäßig zur Schule gehen. Dafür muss am Anfang des Schuljahres ein Dokument erstellt werden, in dem drin steht,dass das Kind in einer Schule registriert wird und dann müssen die Eltern noch viele weitere Sachen über ihre Lebensumstände ankreuzen. Unter anderem auch, ob sie einen Wasseranschluss haben oder ob sie sämtliches Wasser aus dem Fluss beziehen. Es gibt nicht einen Schüler,der einen Wasseranschluss Zuhause hat.
Diese Dokumente mussten heute jedenfalls mit Unterschrift der Eltern im Sekretariat in Alcalá abgegeben werden. So gut wie kein Elternpaar hat unterschrieben. Somit war heute meine Aufgabe alle Unterschriften der Eltern und die Unterschriften der Erstklässler( sie können noch nicht ihren Namen schreiben) zu fälschen...
Ich musste schon sehr schmunzeln, bei der Vorstellung,dass das in Deutschland unter Strafe steht und es hier einfach gemacht wird ohne mit der Wimper zu zucken....
Das Geburtstage hier nicht so die Bedeutung wie bei uns in Deutschland haben, weiß ich schon länger. Es ist nicht unnormal, wenn man ein Kind fragt, wie alt sein Bruder ist oder wie alt es ist,dass es es einfach nicht weiß. Obwohl die Kinder mittlerweile schon eher als ihr Eltern. Aber trotzdem wurde es mir heute noch einmal mehr gezeigt.
Morgen hat Evelin Geburtstag. Sie geht in die erste Klasse und wird sechs Jahre alt. Heute ware ihre Mama kurz in der Schule und dann habe ich ihr gesagt,dass ihre Tochter ja morgen Geburtstag hat. Worauf sie mich völlig entgeistert angeguckt hat und mich fragte ob heute denn schon der 31.Februar sei...Nachdem ich ihr das Prinzip mit den Tagen im Februar erklärt habe, hat sie mir gesagt,dass sie es dann wohl schlicht und ergreifend vergessen hat und sie Evelin dann morgen vielleicht eine Kartoffel mit in die Schule mitgeben wird...
Das allerneuste und allerbeste ist,dass wir es nun endlich genehmigt bekommen haben, selbst Mittags zu kochen. Ich lag letzte Woche nämlich schon wieder im Bett und laut dem Arzt hier im Krankenhaus hatte ich schon wieder Besuch von Salmonellen...
Da das ständige Kranksein ein Ende haben muss, haben wir nun nach mehreren Gesprächen eine lange E-Mail an unsere „Chefs“ geschrieben und zu unserer großen Freude eine Genehmigung bekommen und müssen nun nie wieder in der Pension essen und leiden hoffentlich auch in der nächsten Zeit nicht mehr unter Magenbeschwerden:-)
Hier mal die Mail:
Hallo Max!
Im Namen von allen Freiwilligen Alcalas erreicht dich diese Email:
Seitdem wir abends im Kindergarten kochen können, ist das Leben hier wirklich um einiges erleichternd für uns geworden. Danke nochmal für die Möglichkeit, dies so handhaben zu können.
Leider haben aber die meisten unserer Gruppe immer noch fortwährend Probleme, hauptsächlich Übelkeit, Erbrechen, anhaltenden Durchfall. Außer 2 Leute sind davon regelmäßig alle betroffen. Auch unsere bolivianischen Bekannten und Freunde des Krankenhauses, junge Leute aus Sucre, die hier Praktikum machen, haben nach dem Speisen in der Pension mit starken Durchfällen zu kämpfen, weshalb sie ab März ALLE selbst kochen. Dies ist für uns ein Indiz, dass es nicht nur an unseren „europäischen“ Mägen liegt, dass es uns so schlecht geht.
Hinzuzufügen sei auch, dass wir unsere Arbeit nicht in vollem Umfang ausführen können, wenn wir ständig krank sind. Mit Blitzdurchfall kann man schlecht 2 Stunden in eine Außenschule wandern oder Feldarbeit leisten. Wir denken dass uns dies auch Volunta bestätigen würde, schließlich haben sie uns eine Information zum Thema „bakterienfreies Essen“ gegeben, um solche Sachen zu vermeiden. Das Essen der Pension ist aber nicht richtliniengemäß hergestellt.
Da wir nun schon die wunderbare Lösung mit der Küche im Kinder haben, wollen wir erneut um eine Änderung der Essenregelung dahingehend bitten, dass wir auch mittags unser Essen selbst zubereiten können. So lange Dona Renilda mit den Kindern tätig ist (12:15 Uhr) würde sie natürlich nicht belästigt, danach würde sich jeden Tag ein „Essens-Team“ um die Zubereitung bakterienfreier Speisen kümmern.
Mit Don Roger haben wir bereits gesprochen, der sich für unsere Lösung ausgesprochen hat, da ihn das ständige Krank-sein seiner Freiwilligen natürlich auch stört. Arturo aber war dagegen, da er einen sogenannten Kosum-Vertrag mit der Alcaldia hat. Wir halten dagegen, dass wir für unser Essen auch hier im Dorf konsumieren müssten, ja besser noch, das Essensgeld auf die tiendas aufteilen anstatt das alles Geld in die Pension zu einer einzigen Person fließt.
Für uns ist das anhaltende Unwohlsein leider kein Zustand, es vergeht keine Woche in der man sich nicht übergibt oder unter Durchfall oder Übelkeit leidet (auch die Bolivianer haben uns das bestätigt). Wir bitten dich inständig darum, die Verantwortung des Essens an uns selbst zu übergeben und versprechen großes Verantwortungsgefühl und weiterhin pflegliche Behandlung jedwedem zugehörigen Materials und Utensils.
Mit freundlichsten Grüßen,
Daniel , Julz
Leanne, Sophie
Julian, Julia
Eva und Nico
Nun muss ich noch drei Tage arbeiten gehen und dann fahre ich über Karneval nach Camiri zur Marisa:-)
Mein erster Karneval in Südamerika,ich berichte euch dann fleißig=)
So nun habt ihr erstmal viel zum Lesen, ich hoffe es ist nicht zu viel auf einmal?
Die liebsten Grüße schicke ich euch!
Ich denke ganz doll an euch!
Eure Sophie:-)
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