Montag, 6. September 2010

Hallo Ihr Lieben:-)
dieser Blogeintrag war eigentlich für Samstag gedacht. Da wollte ich nämlich eigentlich ins Internetcafé in Padilla. Aber Leider ging das Internet nicht, war ja klar wenn ich einmal ins Internet möchte...
Da Eva mich aber von Sonntag zu Montag besucht hat, lädt sie freundlicherweise den Eintrag für mich hoch.
Erklärung der Bilder erfolgt dann am Freitag!


Letzten Sonntag Nachmittag sind wir ja dann aus Sucre wieder nach Alcalá gefahren. Wie ihr ja vielleicht schon mitbekommen habt, habe ich noch nicht eine normale Flotafahrt erlebt. Diesmal haben wir den ersten Regen in Bolivien erlebt. Wahnsinn, ich wusste schon garnicht mehr wie Regen riecht. Dieses Ereignis hätten wir vielleicht auch mehr genießen können,wenn das Fenster dicht gewesen wäre. Da das nicht der Fall war wurde die Julia nun richtig nass. Dabei hatte sie sich so gefreut,dass sie mal am Fenster sitzt. Durch den Regen konnte die Flota noch langsamer fahren,als sie sowieso schon fährt und somit haben wir ewig lange gebraucht.
Montag bin ich wie gewohnt nach Mulacancha gelaufen.Durch den Regen hatten Maren und Ich eine echte Schlammwanderung.
Seit dieser Woche gibt es dort auch Frühstück,weil die Kinder Zuhause weder Frühstück noch Abendbrot bekommen und somit das Mittagessen in der Schule die einzige Mahlzeit ist. Und jetzt bekommen sie wenigstens zwei Mahlzeiten am Tag. Zum Frühstück gibt es ein Brötchen und zum Mittag ein Teller Suppe. Klingt wenig, macht aber relativ satt.
Nachmittags sind Julia und ich in das andere Zimmer gezogen,was eigentlich für die Zivis vorgesehen war. Nun haben wir es. Es ist viel heller,weil es 2 Fenster hat und auch so viel gemütlicher als das vorrigere. Ich schlafe nun am Fenster in einem Einzelbett und wir gucken direkt auf die Plaza,wirklich hübsch.
Dienstag Abend sind dann Eva und „Maren 2“ gekommen. Sie ist eine Selbstzahlerin,so alt wie ich und wird nach ihrem Sprachkurs in Sucre vielleicht bis Februar in Alcalá wohnen. Eva kam,weil sie mich besuchen wollte. Das ist wirklich so richtig schön,dass wir uns so oft besuchen kommen können.
Mittwoch sind Eva und Ich wie letzte Woche zusammen in den Kindergarten gegangen. Zu zweit ist die Zeit im Kindergarten wenigstens erträglicher. Zum Schluss blieb ein Junge sozusagen übrig und wurde einfach nicht abgeholt. Eva und ich haben uns dann dafür bereit erklärt, dass wir es Nachhause bringen. Ist ja in Alcalá jetzt nicht so ein großer Weg;-)
Zuhause war nur leider keiner. Von ein paar Mädchen auf der Straße haben wir dann mitbekommen,dass seine Mama in der Schule arbeitet. Also sind wir in die Schule mit ihm gegangen. Und da saß sie dort seelenruhig und hat sich mit einen Kollegin unterhalten. Sie hat ihren Sohn einfach vergessen. Ohje.
Zu allem Überfluss fing es dann noch an zu regnen und in der Pause werden die Schultore geschlossen, so dass wir dann erstmal im Schulgelände eingeschlossen waren. Als wir dann schon plitschnass waren,haben wir dann eine Lehrerin mit Schlüssel gefunden:-)
Trotz dass Eva da war, war Mittwoch eigentlich der schlimmste Tag in der Woche,weil die Kindergärtnerin mir mitgeteilt hat,dass sie aufgrund der hohen Kinderzahl meine Hilfe jeden Tag braucht und ich deshalb nicht mehr nach Mulacancha gehen kann. Daraufhin habe ich dann einen Brief für Don Roger mit Eva geschrieben, indem ich mein Schmerz mit dem Kindergarten erklärt habe und dass mir an Mulacancha sehr viel liegt und dass ich der Meinung bin,und dass ich nicht jeden Tag in den Kindergarten möchte. Tja habe ich ihm auch ganz vorbildlich vorgetragen, hat aber alles nichts genützt. Ich muss jeden Tag im Kindergarten arbeiten,weil die Kindergärtnerin nicht alleine mit so vielen Kindern zu Recht kommt. Ohje da ging es mir so richtig schlecht. Ich bin ja schon unglücklich mit meinen 3 mal in der Woche dort arbeiten. Einfach aus dem Grund, dass meine „Arbeit“ genauso eine Frau aus Alcalá machen könnte und kein Frewilliger aus Deutschland für eingesetzt wird. Und ich fühle mich nach dem Kindergarten immer so unerfüllt und so nutzlos. Und Mulacancha war das worauf ich mich hier immer sehr gefreut habe.Und wenn ich jeden Tag im Kindergarten arbeiten muss werde ich hier nicht glücklich. Deshalb werde ich jetzt gleich Max Steiner anrufen und ihm mein Problem schildern. Ich hoffe, dass das Problem irgendwie zu beheben ist.
Donnerstag Nachmittag hatte ich dann meine erste Englischstunde in der Escuele. Hier geht ja die Grundschule bis zur 6. Klasse und ich habe die Klasse 6a und c.
Oh, ich war so richtig aufgeregt. Vor so einer riesen Klasse zu stehen,und sie zu unterrichten obwohl ich noch nicht fließend Spanisch sprechen kann. Als ich ihnen dann auf der Weltkarte gezeigt habe wo ich herkomme,haben sie alle ganz große Augen gemacht und gefragt ob ich dann jeden Tag mit dem Flugzeug hierher kommen muss;-)
Die Englischlehrerin wusste nicht einmal was Hallo auf Englisch heißt und somit hat sie sich mit zu den Schülern gesetzt und fleißig die mitgeschrieben. Jetzt können sie wenigstens schon alle sagen wie sie heißen und woher sie kommen.
Zum Schuss wollten sie dann noch meine Hände anfassen,weil sie sie so schön weich und weiß finden. Auch wenn ich das ja nun schon so oft erlebt habe, ist es jedesmal aufs neue komisch.
Don Roger hatte mir dann aufgetragen am Freitag nach Mulacancha zu laufen und mich dort zu verabschieden und mich für alles zu bedanken. Also bin ich gestern mit Maren nach Mulacancha gelaufen. Heute stand Sport auf dem Stundenplan. Das bedeutet hier aber nichts anderes als 90 Minuten lang Fussball zu spielen. Jede Mannschaft durfte eine „Gringita“(so werden wir hier unter den Einheimischen genannt)bekommen. Meine Mannschaft hat 6:3 gewonnen! Ihr könnt euch nicht vorstellen wie anstrengend Fussballspielen auf 2700 Meter Höhe sein kann. Klitschnass und keuchend habe ich das Pausenklingeln begrüßt. In der Pause war Maniküre dran. Wie versprochen habe ich allen Mädchen die Fingernägel lackiert, da waren die Mädchen so richtig stloz und die restliche Zeit ging es nur noch um ihre Fingernägel,sehr süß!
Ach und ich habe auf dem Rückweg 7 Papageie gesehen,so richtig in echt:-)!
Schön war es wieder und ich hoffe sehr,dass ich wiederkommen kann.
Mittags gab es dann Quinoa- Auflauf. Quinoa ist ein Getreide und schon bei dem Geruch des Essens wurde mir schlecht. Donya Clivia war tödlich beleidigt als ich das erste mal seit Tagen nicht nachgehohlt habe. Maren hat mir dann ganz klug erklärt,dass ich mich nicht so haben soll,ich habe schon schlimmeres gegessen und ich solle jetzt nicht so zetern. Aber meine Rache kam noch. Zum Abendbrot gab es Milchreis mit Nelken und Maren sucht schon bei dem Geruch dieses Milchreises das Weite. Da durfte ich dann neunmalkluge Ratschläge geben:-)
Da es in Alcalá generell nicht so viel zu unternehmen gibt, vertreiben wir uns die Zeit mit Essen,spätestens wenn meine Sachen zu eng werden muss das ein Ende haben.
Jule und Julia aus Sucre besuchen dieses Wochenende die Mädchen aus El-Villar und die Flota macht auf dem Weg dorthin ja immer Zwischenhalt. Also haben wir sie abends dann kurz gesehen, Ein Bild für die Götter. Die beiden wohnen ja in Sucre,eine Weltmetropole im Vergleich zu Alcalá. Und die beiden sind noch nie außerhalb von Sucre gewesen und somit auch noch nie mit der Flota auf eines der Dörfer gefahren. Oh sie sahen aus, als hätten sie eine 30 stündige Busfahrt mit Marraton hinter sich. Mit leidender Miene sahen sie sich um und meinten nur „ Ohje Sind die Straßen denn immer so schlimm, das ist ja wie im Mittelalter. Wie könnt ihr das nur aushalten?“ Ich muss mich also doch schon sehr an die Bolivianischen Straßenverhältnisse gewöhnt haben:-)
Ach im übrigen habe ich heute Nacht gehört wie ein Schwein nebenan geschlachtet wurde. Ohrenbetäubend laut und dann nur noch röcheln. Dorfleben pur würde ich sagen;-)
UND es gibt wieder Wasser,also auch zum Duschen! Wunderbar!
So nun habe ich ziemlich viel geschrieben und ihr könnt erstmal eine Weile lesen und hoffe euch gefällt der Blog.
Nächsten Donnerstag fahre ich wieder über das Wochenende nach Sucre:-)
Ganz Liebe Grüße aus Alcalá an euch alle!
Eure Sophie

3 Kommentare:

  1. Wir wünschen Dir viel Glück beim Kampf um die Schule! Was Du schreibst ist sehr schön zu lesen, man fiebert richtig mit... Viele Grüße...

    AntwortenLöschen
  2. One diech geht ales schief und in der schule hab wiel ich imer zu dierund ich hofe das es dir gut geht dddeeiinnnee Mette:-)

    AntwortenLöschen
  3. ich hoffe es geht dir gut
    dein
    Velten

    AntwortenLöschen