Hallo ihr Lieben,
Seit heute genau einem Monat bin ich nun schon in Bolivien! Wow, ein Monat klingt immerhin schon ein bisschen lange aber mir kommt es trotzdem wie eine halbe Ewigkeit vor, dass ich von Zuhause geflogen bin.
Die ersten 2 Wochen waren ja nun mehr oder weniger von Krankheit geprägt,aber seit gut 2 Wochen bin ich ja wieder habwegs auf den Beinen:-)
Vorletzten Samstag war ich ja in Padilla im Internetcafé und habe mich das letzte mal gemeldet.
Am Samstag hat unser Hostelvater,Don Roger, seine große Geburtstagsparty gegeben. Meine erste Bolivianische Geburtstagsparty! Zum Essen gab es 2 Schweine, dazu Mais und Wurzeln und zu trinken nichts anderes außer Chicha. Chicha ist ein alkoholisches Getränk was in Bolivien sehr verbreitet ist und aus Mais hergestellt wird. Der Geburtsttag fing um 17.00 Uhr an und so ca. 19.00Uhr war mehr als die Hälfte der Gäste betrunken. Sobald nur einer "Salud" sagt, muss jeder trinken und sofort wird der Becher wieder randvoll gefüllt.So geht das die ganze Zeit. Ich saß ungünstigerweise auch noch an einem Tisch mit 6 Bolivianern, die sehr akribisch darauf geachtet haben,dass ich mein Chicha nicht wegschütte sondern schön brav austrinke.
Ohje sowas habe ich noch nie erlebt,aber irgendwann kriegen die Gäste nicht mehr mit was man trinkt und so habe ich deine einen Liter Wasser und viele Tassen Tee getrunken.
Irgendwann haben wir dann Don Roger ins Bett geschickt.
Als ich am nächsten Morgen in den Hinterhof gegangen bin, saßen die Männer von Alcalá schon wieder in versammelter Mannschaft und haben ordentlich mit Chicha angestoßen. Schon bei dem Geruch wird mir noch schlecht.Aber alles in allem ein sehr schöner und interressanter Abend.
Eigentlich hatten wir uns für den Sonntag eine große Wanderung vorgenommen...daraus wurde dann aber aufgrund der Masse an getrunkenem Chicha nichts;-)
Montag sind die Studentinnen aus Erlangen gefahren und am Abend kam Eva aus Tarabuco!
Eva hat mich von Montag bis Mittwoch besucht und ist mit mir Dienstag nach Mulacancha gelaufen und am Mittwoch in den Kindergarten.
WIr haben es uns so richtig schön gemacht, mit Pudding ,selbstgemachten Bananenshake und zahlreichen Keksen...
Am Abend haben wir festgestellt,dass es kein so richtiges Spiel im Hostel gibt. Außer Monopoly auf Spanisch,aber zu zweit macht das ja längst nicht so viel Spaß. Also haben wir auf einem riesigen Schuhdeckel ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel entworfen. Es sieht zwar aus als sei es im Bastelunterricht in der Ersten Klasse entstanden aber es erfüllt überrragend seinen Zweck!
Das waren wirklich 2 schöne Tage mit Eva und hat mein Heimweh zeitweise in der Hintergrund gedrängt.
Donnerstag war ich noch in Mulacancha und dort haben wir die 12 Monate gelernt.
In der Pause habe ich mit Alexandra gemalt. Ich hatte nämlich Buntstifte mit und die gibt es dort garnicht und deshalb war Alexandra ganz aufgeregt und hat sich wie ein kleines Kind zu Weinachten gefreut. Sehr süß aber auch traurig.
Irgendwann bat mich die Lehrerin doch die Bolivianische und die Deutsche Flagge zu malen. Soweit so gut,hab ich alles gut hinbekommen. Bis zu dem Zeitpunkt,als ich erklären sollte,was unsere Farben auf der Flagge denn bedeuten...Nun ja...ich wusste es schlichtweg nichtund darüber war sie so richtig bestürzt und war fassungslos. Das hat hier einen ganz anderen Stellenwert als bei uns in Deutschland.
Donnerstag war übrigens "Tag der Großmutter" und deshalb war schon wieder eine große Feier in der Grundschule in Alcalá.;-)
Ich bin schon Donnerstag Nachmittag nach Sucre gefahren,weil der Kindergarten am Freitag geschlossen hatte,weil die Kindergärtnerin in Sucre war.
Meine Flotafahrt war wieder sehr spannend,diesmal hatte ich zwar einen Sitzplatz aber uns ist ein Rad abgefallen. Und da standen wir dann eine Stunde einfach mitten in der Pampa.Aber angekommen bin ich dann ja doch noch:-)
Hier in Sucre "wohnen" Jule und Julia. Sie haben sich ihr Zimmer wirklich schon sehr eingerichtet und ich bin ganz neidisch, weil sie ein so schönes großes Zimmer haben. Freitag Vormittag mussten die beiden dann noch arbeiten und ich hatte Zeit zu duschen. Hier gibt es nämlich Wasser,ganz im Gegensatz zu Alcalá. Seit einer Woche haben wir nämlich kein Wasser mehr. Also erst gab es nur noch zu bestimmten Tageszeiten und dann irgendwann garnicht mehr. Schon erstaunlich worüber ich mich jetzt freue. Wasser! Und wenn es ein bisschen Wasser in Alcalá gab,dann wurde es natürlich für die Toiletten oder für das Kochen benutzt. Weil jeden Tag Milchreis...ist auch nicht so lecker.
Freitag sind Julia,Jule und ich jedenfalls in die Stadt gegangen um Geld abzuheben und auf einmal war laute Musik zu hören und etliche Menschen kamen auf den Platz des 25.Mai... Grund war,dass die Bolivianische Fußball-Nationalmannschaft empfangen wurde. Die haben nämlcih 2 Tage zuvor gegen Chile gewonnen!
Und wegen diesem tollen Erfolg wurden sie im Rathaus von Sucre festlich empfangen. Und als viele Menschen einfach in das Rathaus hineingingen sind wir kurzer Hand auch reingegangen. Und dort haben wir dann Fotos mit den Spielern gemacht und 5 Autogramme habe ich auch! Das war schon ziemlich cool!
Abends waren wir dann Pizza essen, und ich habe es vertragen,super gut!
Danach sind dann die anderen Freiwilligen aus den umliegenden Einsatzstellen gekommen.Aus Tarabuco,Alcalá und El Villar.
Samstag haben wir alle das W-Lan im Hostel ausgenutzt und haben Lebensmittel eingekauft,die es im Dorf nicht zu kaufen gibt...also eigentlich alles. In Alcalá kann man ja lediglich Brot,Tomaten und Äpfel kaufen.Und natürlich Kekse;-)
Abends sind wir in eine Bar gegangen,haben etwas gegessen und getrunken und danach in einen Club tanzen gegangen.
Ui, der Unterschied zwischen Land und Stadt ist so wahnsinnig groß. Bei mir in der Schule in Alcalá können sich die Kinder nicht vorstellen wo Deutschland liegt und sie denken,dass ich jeden Tag mit dem Flugzeug aus Deutschland komme. Und in Sucre kann man genauso feiern gehen wie in Deutschland. Die Frauen haben sogar noch höhere Schuhe an...kann aber auch daran liegen dass sie einfach so klein sind.
Heute Nachmittag fahre ich wieder zurück nach Alcalá,in das andere Bolivien wie ich finde.
Julia und ich haben uns nun beim Volleyballtraining angemeldet und somit haben wir jetzt jeden Abend 2 Stunden Volleyballtraining. Ich bin ja mal gespannt wie das wird:-)
Und wir werden umziehen. Es gibt ein Zimmer für die Weltwärts Mädchen und eins für die Zivis. Unserer Meinung nach, ist das Zivizimmer schöner, und da noch keine Zivis da sind tauschen wir jetzt einfach:-)
Ansonsten gebe ich ab der nächsten Woche Englischunterricht in der Grundschule in Alcalá.
Nächstes Wochenende kommen uns die Mädchen aus Sucre besuchen und das Wochenende danach bin ich schon wieder in Sucre,weil da ein riesen Fest ist und die Stadt Kopf stehen wird.
Nächsten Samstag fahre ich sicherlich wieder nach Padilla in das Internetcafé um meinen Blog zu aktualisieren und euch auf dem Laufenden zu halten!
Ganz herzliche Grüße aus Bolivien an auch alle!
Eure Sophie
Meine liebe Fiene, das Päckchen ist unterwegs:-) und ich hoffe so sehr, dass es noch rechtzeitig genug ankommt um mitgenommen zu werden. In der Eile hatten wir nicht mehr genügend Zeit, lange Briefe mitzuschicken. Aber wir hoffen, die Naturalien entschädigen. Und alles schön einteilen;-) Weihnachten ist noch weit weg. Herzlichste Grüße von uns allen Deine Mama
AntwortenLöschenich liebe es, deinen Blog zu lesen. Das ist alles so unreal und.. weit entfernt. Auf jeden Fall riesen Respekt an dich und wie gut du das alles meisterst. Kann mir das alles kaum vorstellen und weiß nich, ob ich das so auf die Reihe bekommen würde. :/
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