Samstag, 14. August 2010

Erste Eindrücke aus Alcalá

Dienstag Nachmittag bin ich dann mit der Flota (Überlandbus) wieder nach Alcalá gefahren.Klappe die zweite also:-)
Mittwoch Vormittag habe ich dann im Kindergarten von Alcalá gearbeitet. Den besuchen so ungefähr 12 Kinder im Alter von 9 Monaten und 5 Jahren. Der Kindergarten ist gewöhnungsbedürftig und in keinem Falle mit einem deutschen zu vergleichen. Im Moment fühl ich mich dort als Frewilliger noch etwas überflüssig und so war ich Dienstag Mittag doch noch etwas geknickt.
Am Nachmittag habe ich dann erstmal mit Julia unser Zimmer entrümpelt und etliche Habseligkeiten,die alte Freiwillige hier gelassen haben, sortiert. Und dann haben wir versucht es uns ein bisschen „heimelig“ in unserem Zimmer zu machen ( Fotos über das Bett gehangen etc.)
Jetzt fühl ich mich wenigstens ein kleines bisschen mehr wie Zuhause.
Momentan sind Julia und ich da, dann noch eine Selbstzahlerin und eine Zahnärztin die für das Projekt „Ärzte für die dritte Welt“ arbeitet.
Heute Morgen bin ich dann mit der Selbstzahlerin zu meiner zweiten Einsatzstelle gelaufen. Dabei handelt es sich um eine Schule Namens „Mula Cancha“, die ungefähr eine Stunde Fußmarsch entfernt ist. Der Weg ist doch ganz schön anstrengend,weil es sehr viel über steiles Geröll geht. Aber ein toller Arbeitsweg...100% Natur!
Und auf dem Weg kommen einem Kinder entgegen,die in Alcalá zur Schule gehen,die einem dann nach der Uhrzeit fragen,da sie keine Uhren besitzen. Und manche fragen dann, man nicht ein Foto von ihnen machen kann...
Die Schule liegt wirklich komplett in der Pampa. Nichts weit und breit außer Berge und Weide.
Kaum hatten wir das Schulgelände betreten, stürmten die Kinder schon auf uns zu.
Und obwohl sie mich gar nicht kannten, sprangen mir 2 Mädchen gleich in die Arme und lächelten mich einfach nur an. Das hat mich so glücklich gemacht und ich wusste gleich,dass es mir hier gefallen wird.
Es gibt 2 Klassenräume. Einen für die vierte und fünfte Klasse und einen für die 1.-3. Klässler.
Ich bin zu den Jüngeren gegangen. In dem Raum steht in jeder Ecke ein kleiner Tisch mit ein paar Stühlchen,für die jeweiligen Klassenstufen. Da nicht immer alle Kinder kommen,da sie Zuhause auf dem Feld arbeiten müssen,ist die Schüleranzahl doch eher überschaubar.
Ich habe heute mit Alexandra gearbeitet. Sie ist 6 Jahre und geht somit in die 1.Klasse. Wir haben gelesen,geschrieben und etliche Aufgaben gerechnet. Und es war so faszinierend und unglaublich spannend mit ihr zu arbeiten und ihr helfen zu können. In der Pause haben die Jungs barfuß Fußball gespielt und die Mädchen haben sich darum gestritten wer zuerst auf unsere Schultern durfte. Nach der Pause war ich also fix und alle:-)
Gegen 12.00 Uhr ist dann die Schule zu Ende. Mittagessen bekamen wir einer sehr mitteralterlichen, stockdüsteren Lehmhütte. Und aus Höflichkeit muss man eine riesen Portion essen.
Alles in allem war der Vormittag so eindrucksvoll und es hat mir so richtig gut gefallen,weil ich genau das gemacht habe,was ich auch unbedingt machen wollte.
So langsam komme ich in dem winzig kleinen Dorf an. Es fällt mir in vieler Hinsicht schwer,aber ich versuche das Beste daraus zu machen und mich darauf einzulassen.

13.08.2010

Heute sollte ich eigentlich den ganzen Vormittag im Kindergarten arbeiten,aber es war nur ein einziges Kind da,weil es kalt war. Und anscheinend gehen die Kinder hier nicht in den Kindergarten wenn es kalt ist. Also habe ich mit dem einzigen Kind gemalt und der Erzieherin beigebracht wie man mit Transparentpapier Motive abpauschen kann. Sie ist von dieser „neuen Erfindung“ hellauf begeistert gewesen und hat meine Kreativität gleich gelobt:-)
Als ich dann die Stifte wieder sortiert und zusammengepackt habe meinte sie dann nur : „so ordentlich...typisch Deutsch“, so manche Vorurteile eilen uns halt doch in der ganzen Welt vorraus;-)
Nach einer Stunde hat mir die Kindergärtnerin dann erklärt wir können ruhigen Gewissens den Kindergarten zu machen und Nachhause gehen. Es kämen eh keine Kinder mehr und zu Hause ließe es sich eh viel besser stricken...:-)
Diese Mentalität ist in manchen Punkten wirklich äußerst sympathisch:-)
Nachher fahren Julia und ich mit der Flota nach Tarabuco (ein kleines Bergdorf nahe Sucre) um Eva und Sarah zu besuchen und am Sonntag gucken wir uns dann den berühmten „Indiomarkt“an.
Bis dahin erstmal, Liebe Grüße aus Bolivien:-)
Sophie

Ps: Irgendwie spinnt gerade der Browser von Blogspot und ich kann deshalb leider keine Bilder hochladen.
Ich hohle das aber so schnell wie möglich nach...

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